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Ehemalige wagen neue Initiative

André Peschmann (l.) und Ludwig Schütz engagieren sich im neuen Verein. Sie wollen das Gelände an der Parkstraße mit neuen Ideen beleben.
André Peschmann (l.) und Ludwig Schütz engagieren sich im neuen Verein. Sie wollen das Gelände an der Parkstraße mit neuen Ideen beleben. FOTO: kkz
Forst. Einen Neustart wagen André Peschmann und Ludwig Schütz in der Parkstraße 7. Sie waren bis zur Insolvenz des Fördervereins Park 7 nur ganz normale Mieter. Katrin Kunipatz

"Die Kündigung zum Jahresende hat uns völlig überrascht", sagt André Peschmann. Intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter offenbarten eine Chance für den Fortbestand des besonderen Projekts.

Gegründet wurde ein neuer Verein. Dessen Name "Freiraum & Freizeit" steht auf dem Schild des Backsteingebäudes. Der Förderverein ist der neue Eigentümer des Geländes, übernimmt aber nicht die Schulden des Vorgängervereins. "Nur so ist überhaupt eine Zukunft möglich", erklärt Vereinsvorsitzender André Peschmann. Trotzdem ist die finanzielle Situation nicht einfach. Förderung gibt es keine. Und jeden Monat fallen Abschlagszahlungen für die Betriebskosten im mittleren dreistelligen Bereich an. Ohne einen Hauptmieter sei es schwer, die Kosten einzuspielen, erklärt Kassenprüfer Ludwig Schütz.

Dabei sind viele der ehemaligen "Parkis" geblieben. "Die Skater sind im Moment die aktivste Gruppe auf dem Gelände", sagt André Peschmann. Seit vielen Jahren nutzen die Park X Crew, der Fahrradklub, die Angler vom Team Ostwind und der Fahrradengel Räume in den verschiedenen Gebäuden. Einmal pro Woche trainieren die Line Dance Friends Forst im Kulturraum. Hobbygitarrist Ludwig Schütz hat hier seinen Probenraum eingerichtet.

André Peschmann und Ludwig Schütz kennen das Potenzial des Geländes aus eigenem Erleben. Seit ihrem 14. Lebensjahr waren sie in Park 7, berichten beide. "Hier haben die Kids noch die Möglichkeit, selbst etwas zu gestalten", erklärt der 29-jährige Peschmann. Bestes Beispiel sei die kleine Skaterrampe. "Die Jungs hüten sie wie ihren Augapfel und die Instandsetzung unterstützten wir mit Material", so Peschmann.

Ansonsten befinde sich der Verein noch in der Findungsphase, betont der Vorsitzende, der seine Meisterschule ausgesetzt hat, um sich um die Neugründung zu kümmern. Freiraum & Freizeit will wie der Vorgängerverein Kunst, Kultur und Toleranz fördern, sich aber gleichzeitig vom alten Ruf lösen. Klare Regeln gelten deshalb für alle, die sich auf dem Gelände aufhalten. "Drogen sind verboten", stellt André Peschmann klar.

Der 24-jährige Ludwig Schütz nutzt seine Ferien in der Erzieherausbildung, um das Konzept zu schreiben. Kontakt besteht zur Stadt Forst, die bei Fragen weiter hilft. Verwaltungsvorstand Jens Handreck bestätigt, dass konstruktive Gespräche stattgefunden hätten. Letztlich steht und fällt alles mit der Finanzierung. Fördermittel gibt es im Moment keine. Die Verträge mit dem alten Verein hat die Stadt schon 2014 gekündigt, so Handreck. Zuvor wurden insgesamt 190 000 Euro Förderung investiert. Die damit verbundenen Projekte führt der neue Verein weiter, damit die Gelder nicht zurückgezahlt werden müssen. Wunsch des Kämmerers ist es "dass sich der neue Verein etabliert und es gelingt, die laufenden Kosten zu erwirtschaften."

Ideen, wie es klappen kann, haben Schütz und Peschmann viele. So wolle man mit der Forster Tafel sprechen. "Es gibt hier Stauräume, ein Lager, eine Küche. Sogar Büroräume sind möglich", sagt der Vorsitzende. Im Zusammenhang mit den Veränderungen im SFZ könnte man den dortigen Bands neue Probenräume anbieten. Platz wäre an der Parkstraße außerdem für die seit Langem von der Jugend gewünschte Skateranlage. Auch äußerlich soll das Gelände attraktiver werden. "Die Gebäude selbst sind standsicher", betont Schütz, "und oft innen besser als außen". Die Fassaden müssten gemacht werden und können Graffiti-Künstlern das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Ein Beachvolleyballfeld würde neue Nutzer anziehen. "Ein großer Wunsch ist es, das Café zu reaktivieren", so Ludwig Schütz. Dann wären Konzerte möglich und für viele junge Leute gäbe es einen Anreiz wiederzukommen.