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| 15:34 Uhr

Drogenschmuggel
Prozessauftakt gegen Forster Drogenkurier

Erster Verhandlungstag im Fall des mutmaßlichen Drogendealers Roland H. aus Forst: Er soll insgesamt 12 Mal Crystal Meth aus Tschechien nach Forst gebracht und es gewinnbringend verkauft haben.
Erster Verhandlungstag im Fall des mutmaßlichen Drogendealers Roland H. aus Forst: Er soll insgesamt 12 Mal Crystal Meth aus Tschechien nach Forst gebracht und es gewinnbringend verkauft haben. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Cottbus/Forst. Mutmaßlicher Dealer will am nächsten Verhandlungstag am Landgericht Cottbus umfangreich aussagen. Von Daniel Friedrich

Es muss ein lohnendes Geschäft für Roland H. gewesen sein: Insgesamt zwölf Mal soll der Forster zwischen Januar und August 2017 die Droge Crystal Meth von Tschechien aus nach Deutschland gebracht und gewinnbringend verkauft haben. Dabei ist der Mittvierziger der Anklage zufolge immer ähnlich vorgegangen. Er holte die Drogen an einem Marktstand in Tschechien ab und fuhr in ein nahegelegenes Waldstück. Dort versteckte er das Crystal in seinem Fahrzeug und machte sich wieder auf den Weg nach Forst.

Die Betäubungsmittel, die Roland H. in Tschechien für rund 30 Euro pro Gramm erstanden hatte, verkaufte er im Raum Forst zum Grammpreis von 42 Euro an seinen Mittelsmann. Dieser wiederum lieferte die Betäubungsmittel an die Konsumenten weiter. Mindestens 60, mitunter auch 75 Gramm der Droge soll der Angeklagte pro Fahrt eingeführt haben.

Viele Male ging das gut. Irgendwann jedoch kam ihm die Polizei auf die Schliche und hörte mehrere telefonische Absprachen mit. Am 1. August vergangenen Jahres nahmen ihn schließlich die Beamten auf frischer Tat fest. Bei der Kontrolle entdeckte die Polizei nicht nur die im Pkw versteckten Betäubungsmittel. Auch ein Einhandmesser lag griffbereit im Wagen des tatverdächtigen Forsters. Aus diesem Grund wirft ihm die Staatsanwaltschaft neben Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch bewaffnetes Handeltreiben in nicht geringer Menge damit vor.

Vor dem Landgericht Cottbus kam es am ersten Verhandlungstag am Freitag nicht zur Vernehmung des Angeklagten oder zu Zeugenaussagen. Stattdessen fanden sich Richter, Staatsanwalt und Verteidigung zu einem Rechtsgespräch zusammen. Es gibt den Beteiligten die Möglichkeit, außerhalb der öffentlichen Hauptverhandlung einen Kompromiss – die sogenannte Verständigung – zu finden. „Kommt uns der Angeklagte mit einem ausführlichen Geständnis entgegen, so ist das ein Strafmilderungsgrund und wir können den Aufwand des Verfahrens reduzieren“, erklärt Staatsanwalt Thomas Grothaus. Im Gegenzug könne der Angeklagte abschätzen, unter welchen Bedingungen er welche ungefähre Strafhöhe zu erwarten hat. Roland H. war bislang nicht vorbestraft.

So verständigten sich die Prozessbeteiligten auf eine zu erwartende Gesamtfreiheitsstrafe zwischen viereinhalb und fünf Jahren. Bedingung: Roland H. mache detaillierte Angaben zu Einkaufs- und Verkaufspreisen, zum Transport und zur Übergabe der Drogen sowie über die gehandelte Menge und weitere Abnehmer.

Auf die Aussagen wird sich der Angeklagte voraussichtlich beim nächsten Verhandlungstag am Dienstag, 10. April, einlassen. Die Plädoyers sowie das anschließende Urteil sind für den 27. April 2018 vorgesehen.