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| 17:11 Uhr

Rosengarten
Drei Brunnen erstrahlen neu

Stuckateurmeister Ulrich Ritter bereitet zu Beginn dieser Woche die Flora am Haupteingang zum Rosengarten für den Farbanstrich vor.
Stuckateurmeister Ulrich Ritter bereitet zu Beginn dieser Woche die Flora am Haupteingang zum Rosengarten für den Farbanstrich vor. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Die Sanierung nach vier Wochen beendet. Und für die Rosenstadt gab es eine Überraschung. Von Katrin Kunipatz

Im Licht der Herbstsonne strahlt die Flora am historischen Haupteingang des Rosengartens wieder in hellem Lichtgrau. Der perfekte Platz für ein Foto. Bürgermeisterin Simone Taubenek, Fördervereinsvorsitzender Hans-Rainer Engwicht, Rosenkönigin Stephanie II. und Parkmanager Stefan Palm nutzen die Chance und präsentieren hier die Ehrenurkunde und die Silberne Rosennadel der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Für 15-jährige Mitgliedschaft wurde sie vor wenigen Tagen an die Stadtverwaltung und den Förderverein Ostdeutscher Rosengarten verliehen.

Aber selbst wenn der Name Rosenstadt Forst heute selbstverständlich sei, gebe es noch viele Möglichkeiten besser zu werden, so die Bürgermeisterin. Beispielsweise fehle für ankommende Bahnreisende in der Nähe des Bahnhofs ein Hinweis auf die Rosenstadt. Die Stadt Forst und auch der Ostdeutsche Rosengarten hätten vor allem mit der Rosenschau 2013 Eindruck bei den deutschen Rosenfreunden hinterlassen, so Engwicht. Er hält es für wichtig, das kulturelle Erbe der Gründerväter zu erhalten und schließt neben den Skulpturen, Brunnen und Wegführungen auch die botanischen Raritäten ein.

Seit Jahren kümmert sich die Stadt um den Rosengarten. Die Mitarbeiter des Betriebsamts sorgen dafür, dass die Anlage immer gepflegt aussieht, betont Taubenek. Parkmanager Stefan Palm verweist auf die gerade abgeschlossene Sanierung der drei Brunnen, deren Originale der Cottbuser Bildhauer Walter Adler geschaffen hat. Tragisch daran: Er starb 1912 und erlebte nicht mehr, mit welcher Begeisterung die 1913 stattfindende Rosenschau aufgenommen wurde. Andere Plastiken von ihm sind nicht mehr erhalten. Jedoch plane der Förderverein zum 110. Jubiläum des Rosengartens eine nur noch von Bildern bekannte Skulptur wieder in den Rosengarten zu holen, erklärt Engwicht. Welche es wird, dazu müsse man sich noch mit dem Denkmalschutz abstimmen, weil auch das Umfeld entsprechend gestaltet werden muss, so Palm.

Um so wichtiger ist es, die vorhandenen Skulpturen zu pflegen. Stuckateurmeister Ulrich Ritter und sein Mitarbeiter vom Stuckhaus Scherf und Ritter haben in den zurückliegenden vier Wochen die Flora am Haupteingang, den Bärenbrunnen und den Schlangenbrunnen saniert. „Das traumhafte Wetter hat uns dabei in die Hände gespielt“, sagt Ulrich Ritter. Kein Frost, kein Regen – deshalb waren auch keine umständlichen Abdeckungen nötig. Der Sturckateurmeister wandte bewährte Techniken an. Beim Schlangenbrunnen und am Haupteingang wurden zuerst die alten Farbschichten mit Abbeizer angelöst und mit warmem Wasser und einem Hochdruckreiniger entfernt. Den Bärenbrunnen brauchte Ulrich Ritter nur gründlich reinigen, denn er war nie gestrichen und erhielt auch nach der Sanierung keinen Farbanstrich.

Nicht mehr von Schmutz und Farbe verdeckt, wurden nun das Ausmaß der Schäden sichtbar. Kleine Fehlstellen im Beton, aber vor allem Risse musste Ulrich Ritter auffüllen und im Bereich der Brunnenkörper großflächig mit Kunstharz abdichten. Um kleinste Risse auszugleichen, wurden die Oberflächen der Flora und des Schlangenbrunnens zum Schluss mit einem sehr feinen Streichputz versiegelt. Am Bärenbrunnen widmete Ulrich Ritter besondere Aufmerksamkeit dem Kapitel. Die Kanten und feinen Linien wurden exakt nachgearbeitet. Mit einem Steinfestiger fühlte der Fachmann feine Risse auf, bevor der gesamte Brunnen einen wasserabweisenden Anstrich erhielt. Tatsächlich ist Wasser der größte Feind solcher Skulpturen. Ritter begrüßt es deshalb, dass alle Stein und Betonfiguren im Rosengarten seit Kurzem im Winter abgedeckt werden. Es verlängere ihre Lebensdauer.

Möglich war die Sanierung der drei Brunnen dank vieler Spender. Sie hatten im vergangenen Jahr begonnen, Geld für die Instandsetzung des Bärenbrunnens zusammenzutragen. Mit diesem Geld und einem städtischen Anteil war es möglich, über 10 000 Euro Lottomittel vom Land Brandenburg zu erhalten. Günstig wiederum für den Stuckateur. Während an einem Brunnen der Abbeizer wirkte oder die Farbe trocknete, konnte er am nächsten Objekt arbeiten und die Zeit optimal nutzen.

Groß ist die Freude über Ehrenurkunde und Silberne Rosennadel  der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde.
Groß ist die Freude über Ehrenurkunde und Silberne Rosennadel der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. FOTO: LR / Katrin Kunipatz