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| 15:22 Uhr

Erinnerung
Forster Widerstandskämpfer im Fokus

Teil des neuen Geschichtskabinetts im Dorfmuseum Sacro.
Teil des neuen Geschichtskabinetts im Dorfmuseum Sacro. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Dorfmuseum Sacro eröffnet 3. Geschichtskabinett am 25. März mit einem runden Tisch.

Rudolf Rothkegel, erster Forster Bürgermeister nach 1945, gehörte dazu, ebenso Max Franke oder Paul Horn – alle sind Forster Widerstandskämpfer. Zwischen 1933 und 1945 sind sie illegal gegen das nationalsozialistische Regime vorgegangen und deshalb in vielen Fällen ins Konzentrationslager oder Zuchthaus gekommen. Ihnen hat Reinhard Natusch im Dorfmuseum Sacro die dritte Ausgabe der Reihe Geschichtskabinette gewidmet.

Mehr als 30 Originalbriefe, Belege und Anklageschriften hat er aus seinem Archiv zusammengestellt. Von Max Paulick, einem Holzbildhauer, ist auch ein Holzrelief zu sehen. Dessen Tochter Irma habe ihm Lagergeld aus dem KZ Sachsenhausen, sogenannte Prämienscheine, zur Verfügung gestellt, so Natusch. Dem 88-Jährigen vom Heimatverein Forst-Nord ist die Schau ein Anliegen: „Ich denke, es ist an der Zeit, den Menschen wieder einmal zu zeigen, wie wichtig der Kampf damals war und wo der Weg des Krieges mit 55 Millionen Toten hingeführt hat.“ Natusch, bis 1990 Lehrer in Noßdorf, hatte damals auch eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema unter dem Motto „Vergesst es nie“ geleitet. Dadurch hatte er auch originale Briefe und Dokumente aus dieser Zeit bekommen. Ein weiterer Teil lagere im Stadt- oder Kreisarchiv, andere seien auf Auktionen oder ähnlichem verkauft worden, so Natusch. Er hoffe jedoch, dass einige Briefe und Unterlagen noch bei Angehörigen lagern, denn es habe in Forst rund 50 Widerstandskämpfer gegeben. Diese Angehörigen könnten sich bei ihm melden (Telefon 03562 662053).

Das Geschichtskabinett will Reinhard Natusch am 25. März mit einem runden Tisch geladener Gäste wie Stadtverordneten oder Schulleitern eröffnen, um sich über das Thema auszutauschen. Ab 26. März bis zum 15. April ist das Geschichtskabinett dann öffentlich zugänglich: sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung auch zu gewünschten Zeiten.

Die Resonanz auf seine ersten zwei Geschichtskabinette zum Thema Rosengarten und Waisen- und Rettungshaus in Forst sei leider nicht sehr groß gewesen, bedauert Natusch. Er veranstaltet diese neben seinen Sonderausstellungen.

(slu)