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Döberner Vorschul-Kinder „spielen“ mit dem Feuer

FOTO: Michael Leske
Sechs Vorschulkinder der katholischen Kindertagesstätte Skt. Martin in Döbern zeigten am Freitagnachmittag auf der großen Wiese hinterm Pfarrhaus Ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern, was sie im Laufe der Woche gelernt hatten. Im Rahmen eines pädagogischen Projekts lernten die Kinder den achtsamen und respektvollen Umgang mit Feuer. mle1

Dabei war ganz wichtig, das jedes Kind vom ersten Tag an dabei war. Innerhalb des Projekts ging es nicht darum, wer am besten "kokeln" kann, im Vordergrund standen die Regeln beim Umgang mit Feuer. "Das Kind muss wissen, dass zum Beispiel keine Haare ins Feuer kommen oder dass die Ärmel hochgekrempelt sind", erläuterte Gabriele Gomola, ehemalige Erzieherin in der Kita und inzwischen Ruheständlerin. Sie führt das Projekt jedes Jahr durch, inzwischen das achte oder neunte Mal. "Es entstand aus einer Weiterbildung heraus", verriet sie. Diese Weiterbildung war bei einem Berliner Feuerpädagogen.

"Beim Umgang mit Feuer müssen sich die Kinder ganz besonders konzentrieren", fügte Kita-Leiterin Hiltrud Kirchner hinzu. Hierzu sei es wichtig, das Zuhören und die Konzentration zu trainieren. "Dies wiederum ist ja auch für die Schule ganz entscheidend". Die Kinder hatten in der Projektwoche viel gelernt. Sie lernten, wie die Menschen früher Feuer gemacht haben und wie mühsam dies war. Sie haben ebenso wie vor Urzeiten Holz aneinander gerieben und "es ist heiß geworden", sagte ein Kind. Ebenso lernten die Kinder, das "es gutes Feuer und böses Feuer" gibt und sie konnten das mit Beispielen belegen.

Bei der Vorführung wurde eine Kerze mit Streichhölzern angezündet, Feueranzünder angebrannt und Holz verbrannt. Dabei wurde penibel auf die Einhaltung der gelernten Regeln geachtet. Mit einem bereitstehenden Glas Wasser wurde abschließen das Feuer gelöscht und die Reste kamen in einen nichtbrennbaren Metalleimer. Die Erzieherinnen waren immer dabei, und gaben Hilfestellung.

"Es war war ganz toll", resümierte die Kita-Chefin und sie lobte die gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Ziel des Projektes war zudem, dass die Kinder Erfahrungen machen und Angst verlieren vor dem Feuer. Sie betonte abschließend, dass es vor allem auch wichtig war, den Kindern zu vermitteln, "nur im Beisein eines Erwachsenen" Feuer zu entfachen.

Rita Pietruska war wegen Enkeltochter Lilith am späten Freitagnachmittag auf die Pfarrwiese gekommen. "Es ist schon allerhand an Mühe, was die Erzieher aufwenden, um den Kindern das beizubringen", sagte sie nach der Vorführung. "Ich kann jetzt beruhigt die Streichhölzer liegen lassen. Und die Kerzen zünden die Kinder in Zukunft alleine an". Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter, ans ganz große Finale: Lagerfeuer und Stockbrot.