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| 02:36 Uhr

Döberner schwelgen in Heimaterinnerungen

Volles Haus bei den Döberner Heimatfreunden: 300 Besucher lauschten der 13. Vortragsreihe.
Volles Haus bei den Döberner Heimatfreunden: 300 Besucher lauschten der 13. Vortragsreihe. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Döbern. Im Deutschen Haus erfahren rund 300 Besucher bei der Vortragsreihe der Heimatfreunde mehr über die Tier- und Vogelwelt der Region. Anja Guhlan / ang1

"Wir freuen uns, dass wieder so viele Interessierte gekommen sind." Heike Balzer, die Vorsitzende der Döberner Heimatfreunde, begrüßte rund 300 Besucher beim nunmehr 13. heimatgeschichtlichen Vortrag im Deutschen Haus. Traditionell erklang zunächst das Döberner Heimatlied - das die vielen Besucher lautstark mitsangen. Im Anschluss konnten die Besucher drei interessanten Vorträgen lauschen.

Fred Neumann trat als Erster vor das Mikrofon. Er referierte über die Natur- und Vogelwelt in und um Döbern. "Es gibt rund 9500 Vogelarten auf der Welt. In Döbern können wir rund 110 Brutvögelarten finden. Allein auf dem Döberner Friedhof kann man rund 40 Vogelarten entdecken", berichtet Neumann. Dabei haben sich die zahlreichen Vogelarten und auch andere Tiere in den Biotopen der Umgebung niedergelassen. Ob Neißeaue, Heidelandschaft, kleine Grubenrestgewässer, Felder, Wiesen oder Wälder - überall kann viel entdeckt werden. Fred Neumann streift schon seit über 30 Jahren durch die Natur und beobachtet die Tierwelt. Mit beeindruckenden Bildern stellte er heimische Tiere wie Eichhörnchen, Mauswiesel oder den Biber vor. Den Fokus legte der begeisterte Ornithologe jedoch auf die Vogelwelt. "Mauersegler verbringen 90 Prozent ihres Lebens in der Luft", erzählt er und fährt fort: "Er frisst, schläft, kackt und vermehrt sich in der Luft." Er ist ein Vogel aus der Familie der Segler. Fred Neumann wies darauf hin, dass Singvögel die häufigste Familiengruppe in unserer Region sind. Drosselrohrsinger, Feldlerche, Flussregenpfeifer, Gebirgsstelze oder Nachtigall sind nur ein paar, die er im Bild vorstellte.

Dann stellte der Eberhard Koch die Geschichten von drei stadtbildprägenden Gebäuden vor. So widmete er sich unter anderem dem heutigen Geopark-Büro in der Muskauer Straße 14. "Dieses Gebäude wurde um 1909 als Restaurant genutzt. Alwin Lippert hatte dort viele Jahre Veranstaltungen, Bälle und Tänze durchgeführt", erzählt Koch. Viele Informationen stammen aus Anzeigen aus alten Zeitungen. Zu DDR-Zeiten belegte die PGH "Haustechnik" das Gebäude, das 1984 das 25-jährige Bestehen feierte. Das Geopark-Büro, das mittlerweile in dem Gebäude beherbergt ist, zog im Jahr 2013 ein.

Auch über das alte Postgebäude in der Forster Straße 17 gab es viel zu berichten. Döbern bekam 1874 ein eigenes Postamt. Erst nach der Wende wurde das Gebäude leer gezogen und eine Postagentur an anderer Stelle errichtet. Das alte Postgebäude hatte nach einer umfassenden Sanierung in den 2000er-Jahren seither mehrere Nutzer beherbergt - Ergotherapiepraxis, Anwaltskanzlei oder seit 2013 eine Zahnarztpraxis.

In dem letzten Vortrag des Abends wandte sich Frank Bernhard dem alten Schützenhaus zu. 1896 als Gasthaus "Zum grünen Wald", errichtet, fand schon 1903 ein Eigentümerwechsel statt. Wilhelm Baldermann machte das Gebäude zum "Schützenhaus". "In dem großen Saal wurde vor allem an Sonntagen ausgelassen gefeiert", bemerkt Bernhard. Nach dem Tod von Baldermann 1913 folgen in den nächsten Jahrzehnten mehrere Besitzerwechsel. Ab 1979 ist das Kino-Café in Döbern in dem Gebäude. Nach der Wende schließt das Kino. Erst 1999 wird das Gebäude saniert und zu einem Bowlingcenter umfunktioniert. Auch heute betreibt Dieter Ritter das "Atlantik Bowl".

Besucher wie das Ehepaar Hildebrand aus Döbern sind am Ende der Vorträge wieder begeistert. Auch Karin Adam aus Döbern meint: "Die Vorträge waren traumhaft. Viele Erinnerungen wurden wieder wach." Die 34-jährige Madlen Bernhardt konnte viel Neues aus der Geschichte der Stadt erfahren: "Ich bin heute das erste Mal hier gewesen und fand es wirklich interessant mehr über die Geschichte Döberns zu erfahren. Im nächsten Jahr komme ich bestimmt wieder."