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| 02:36 Uhr

Döbern wird offiziell Glasmacherstadt

Dem Glasfabrikanten Gustav Adolf Hermann Fettke ist auf dem Gelände ein Denkmal gesetzt worden.
Dem Glasfabrikanten Gustav Adolf Hermann Fettke ist auf dem Gelände ein Denkmal gesetzt worden. FOTO: Althaus
Döbern. Sowohl die Ortseingangsschilder als auch die Internetseite der Stadt Döbern sollen künftig den Ortszusatznamen Glasmacherstadt tragen. Einem entsprechenden Antrag der FDP-Fraktion haben die Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt. Auch im Döberner Glaswerk freut man sich. Anja Guhlan und Peter Althaus

Die Ortseingangsschilder der Stadt Döbern sollen künftig den Zusatznamen "Glasmacherstadt" tragen. Alle Stadtverordneten wollen das so - und sind damit dem Vorschlag der FDP-Fraktion gefolgt. Diese will den Titel "Glasmacherstadt" aber nicht als offiziellen Namenszusatz für den amtlichen Ortsnamen. Denn dann müssten alle offiziellen Dokumentvorlagen geändert werden, was wiederum Kosten verursachen würde. Uwe Eppinger, Fachbereichleiter für Bauen und Gebäude- und Liegenschaftsmanagement des Amtes Döbern-Land, schlug vor den Namenszusatz auch für touristische Zwecke zu nutzen. Somit könnte die Stadt direkt auf der Homepage mit dem Namenszusatz "Glasmacherstadt" für mehr Touristen werben.

Seit März dieses Jahres ist es laut Kommunalverfassung erlaubt, zusätzliche Bezeichnungen für Ortsnamen der Gemeinden auf Ortstafeln zu führen. So führen unter anderem auch die Städte Forst, Spremberg und Bad Muskau Zusätze. Forst will als "Kreis- und Rosenstadt", Spremberg als "Perle der Lausitz" und Bad Muskau als "Hortensienstadt" um Gäste werben. Die Zusätze werden dann allerdings nicht Bestandteil des amtlichen Ortsnamens. Das Ministerium des Inneren kann nun bis einen Monat nach dem Beschluss Bedenken einwenden. Zu erwarten ist das für die Stadt Döbern voraussichtlich nicht.

Der Vorschlag trifft derweil bei den Abgeordneten auf Zustimmung. So äußert sich die Abgeordnete Yvonne Fischer (CDU): "Ich finde den Vorschlag gut. Schließlich ist die Stadt Döbern rein von ihrer Geschichte her aus dem Zusammenkommen von vielen Glasmachern entstanden. Klar, hat die Glasmacherproduktion ihre Blütezeit im vergangenen Jahrhundert gehabt. Dennoch könnte der Zusatzname die touristische, aber vielleicht auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt weiter voran treiben."

Welche Kosten mit dem Namenszusatz für die Stadt entstehen, vermochte am Donnerstagabend noch keiner zu sagen.

Auch Wirtschaftsunternehmen in Döbern freuen sich über den künftigen Titel. "Wir begrüßen das sehr", so Daniel Kothe von der Geschäftsführung des Döberner Glasherstellers Cristalica. "Mit dieser Tradition muss sich die Stadt nicht verstecken."

Die Firma arbeitet weiter an einer Umsetzung eines Erlebnisgeländes auf dem Werkshof. Dabei soll es sich hauptsächlich um das Produkt Glas drehen. "Wir sehen uns in der Tradition der Glasbläser in der Stadt", so Kothe. "Die traditionelle Herstellung am Standort wird beibehalten." Man selbst beschäftige derzeit weiterhin drei Glasbläser. "Der Titel als Glasmacherstadt hilft uns natürlich auch bei der Vermarktung", so Kothe.

Bereits im November hatte Cristalica die mit Spannung von den Döbern erwartete Glaspyramide eröffnet. "Wir erfahren seitdem einen regen Zustrom", so Kothe. Ständig seien Besucher in den Verkaufsräumen. "Wir suchen derzeit auch noch Verkäuferinnen", sagt Kothe.