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| 13:55 Uhr

Zu viele offene Fragen
Döbern legt Sanierung von Sportplatz und Turnhalle auf Eis

 Jörg Rakete.  
Jörg Rakete.   FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Döbern. Die Döberner Verwaltung ist mit einer Vorlage für die Sanierung von Turnhalle und Sportplatz in der Jahnstraße in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung abgeblitzt. Für Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) gibt es noch zu viele offene Fragen. Von Sven Hering

Die Turnhalle und der Sportplatz in der Jahnstraße 22 in Döbern werden vorerst nicht saniert. Das haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung entschieden. Die Pläne der Verwaltung sind damit erst einmal auf Eis gelegt. Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) monierte, dass noch zu viele Fragen ungeklärt seien.

Die Sporthalle muss laut Verwaltung dringend saniert werden. In den Umkleiden löse sich wegen der Feuchtigkeit der Putz von den Wänden. Die Innentüren sind stark verschlissen. Sämtliche Nebenräume wie der Sanitärtrakt, Lehr- und Trainerräume müssten malermäßig instandgesetzt werden. Dazu komme, dass das Dach der Halle nicht gedämmt ist. Dadurch gehe Wärme verloren, was wiederum die Heizkosten in die Höhe treibe.

Für die Abarbeitung des Sanierungsstaus und die Montage einer gedämmten Unterdecke hat die Verwaltung Kosten von rund 150 000 Euro ermittelt.

Mit rund 220 000 Euro noch ein wenig teurer wäre die Sanierung des Sportplatzes. Denn auch dort ist einiges im Argen. Spielfläche, Laufbahn und Einfriedung müssten erneuert werden. Die Verwaltung plant zudem mit einer regelbaren Beregnungsanlage für die Bewässerung des Rasenplatzes, um die Betriebskosten zu senken.

Drei Viertel der Kosten könnten – einen positiven Bescheid vorausgesetzt – durch Fördermittel gedeckt werden. Theoretisch. „Wir wissen nicht, ob die erwartete Summe auch im Fördermittelbescheid erreicht wird“, sagte Bürgermeister Jörg Rakete. Das sei nicht der einzige Punkt, der ihn kritisch stimme. „Wir sind gerade dabei, haushaltsrelevante Selbstbindungsbeschlüsse zu fassen, ohne dass wir überhaupt einen Haushalt haben“, so Rakete jüngst in der Stadtverordnetenversammlung.

Die Stadtverordneten sahen das ähnlich. In der Debatte über einen neuen Sportplatz bezog Monika Löffler (Haus- und Wohnungseigentümerschutzvereinigung) klar Stellung: „Ich finde dieses Vorhaben nicht so dringend.“ Ähnlich argumentierte Torsten Müller (SPD). Er sehe den Sinn für einen Sportplatz, der nur selten genutzt werde, nicht. Außerdem stünde mit dem Jahn­sportplatz eine ordentliche Alternative zum Beispiel für den Schulsport zur Verfügung.

Die Stadtverordneten folgten schließlich dem Vorschlag des Bürgermeisters. Er plädierte dafür, die von der Verwaltung eingebrachten Beschlussvorlagen zurück in den Bau- und Finanzausschuss zu verweisen. Dort erwarte er dann weitergehende Erläuterungen zur Notwendigkeit und Finanzierung.

Die Stadt Döbern plagen seit Jahren enorme finanzielle Probleme. Ende des Jahres 2018 war die Kommune mit reichlich 13 Millionen Euro verschuldet. Die letzte genehmigte Haushaltssatzung stammt aus 2004. Die Stadt hatte nach der Wende kräftig Geld ausgegeben für Investitionen, allen voran die Kläranlage mit Kanalnetz und Straßenerneuerung, egal ob es dafür Fördermittel gab oder nicht, und ohne daran zu denken, dass die Kredite auch mal zurückgezahlt werden müssen. Seit mehr als 20 Jahren steckt Döbern deshalb in den roten Zahlen und steht deshalb auch unter Beobachtung der Kommunalaufsicht.

 Jörg Rakete.  
Jörg Rakete.   FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit