Wird am Donnerstag ein neuer Amtsdirektor für Döbern-Land gewählt? Eine Antwort auf diese Frage steht bis zur Stunde noch immer aus. Die Kommunalaufsicht des Spree-Neiße-Kreises beschäftigt sich seit Dienstag mit diesem Thema. Eine Entscheidung gibt es allerdings noch nicht, so Landkreis-Sprecher Matthias Händler auf RUDSCHAU-Nachfrage.

Amtsdirektor-Kandidaten überarbeiten ihre Konzepte

Derweil bringen sich die Kandidaten noch einmal in Stellung. So hat Detlev Kehl, der im vergangenen Jahr bereits einen Anlauf in Döbern genommen hatte, damals aber nicht die erforderliche Stimmenzahl erringen konnte, seinen Aufenthalt im Amtsgebiet bis zum Freitag verlängert. Mit einem überarbeiteten Konzeptpapier für die Arbeit als Amtsdirektor möchte er die Mitglieder des Amtsausschusses überzeugen.

Stephan Willerding, der Bewerber aus Dessau-Roßlau, hat am Mittwoch eine persönliche Erklärung verbreitet. Demnach rügt er das Auswahlverfahren in mehreren Punkten. So verstoße die Bewerbung von Martin Bleidießel als Mitglied des Amtsausschusses gegen das in der Kommunalverfassung verankerte Mitwirkungsverbot. Willerding: „Die Bewerbung hätte demnach nur angenommen werden dürfen, wenn Herr Bleidießel zuvor sein Mandat im Amtsausschuss niedergelegt hätte.“ Außerdem habe der Amtsausschuss auch persönliche Besonderheiten der Bewerber zu berücksichtigen, so Willerding. „Herr Piosik als Vorsitzender hätte insoweit meine Schwerbehinderung darlegen müssen. Es nicht die Pflicht eines Bewerbers dies öffentlich zu machen. Eine schriftliche Mitteilung hierüber liegt der Bewerbung meinerseits anbei“, schreibt der Bewerber.

Außerdem kündigt Willerding bereits jetzt an, im Falle seiner Nichtwahl als Amtsdirektor das zuständige Verwaltungsgericht anzurufen. Er berufe sich dabei auf Artikel 19 Absatz 4 des Grundgesetzes. Im Gegensatz zu Kehl wird Willerding am Donnerstag nicht in Döbern vor Ort sein, da er seiner Arbeit als Lehrbeauftragter für Öffentliches Recht am Aus- und Fortbildungsinstitut in Blankenburg nachgehen müsse.

Amtsdirektor-Wahl erneut gescheitert

Am Montag war die geplante Wahl des neuen Amtsdirektors verschoben worden. Nachdem mit Martin Bleidießel (SPD) ein Mitglied des Amtsausschusses noch am Tag selbst seine Kandidatur erklärt hatte, gab es unter den Ausschussmitgliedern Zweifel, ob Bleidießel durch seine Mitarbeit im Amtsausschuss Vorteile gegenüber den Mitbewerbern habe. Eine rechtliche Bewertung dieser Frage sollte deshalb die Kommunalaufsicht vornehmen.

Vierte Bewerberin um den Posten des Amtsdirektors ist die in Wiesengrund lebende Rechtsanwältin Anja Redlow.

Amtsausschuss Döbern-Land sieht die Kommunalaufsicht gefordert Amtsdirektor-Wahl scheitert auch im dritten Anlauf

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