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| 14:57 Uhr

Virtuelles touristisches Netzwerk
„Nur Pückler-Eis ist zu wenig“

 Bernd Wiemer faszinieren die Pyramiden - in seinen drei Büchern hat er Pyramiden in Ägypten, Mexiko und den USA beschrieben, Am Bildschirm die Pyramide im Branitzer Park Cottbus.
Bernd Wiemer faszinieren die Pyramiden - in seinen drei Büchern hat er Pyramiden in Ägypten, Mexiko und den USA beschrieben, Am Bildschirm die Pyramide im Branitzer Park Cottbus. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Döbern. Ein Döberner Reisebüro-Inhaber will touristische Lausitzer Unternehmen virtuell zusammenschließen.

„Nur das Pückler-Eis zu kennen, ist zu wenig“, sagt Bernd Wiemer entrüstet. Denn bei seinen vielen Reisen hat der Döberner Reisefachmann beobachtet: „Das erste, was die Leute aus anderen Regionen von der Lausitz kennen, ist oft das Pückler-Eis. Und danach hört es auf. Selbst wer Pückler überhaupt war, wissen die Wenigsten. Und dabei haben wir in der Lausitz eine touristisch so wertvolle Kulturlandschaft von der Fürst-Pückler-Region Lausitz bis zum Lausitzer Seenland.“ Das will der langjährige Reisebüro-Inhaber nun ändern und hat einen virtuellen Zusammenschluss touristisch interessierter Lausitzer Unternehmen gegründet. „Partner-Touristisches Netzwerk Lausitz“ hat er ihn genannt. Einige Unternehmen wie Cristalica Döbern und die Confiserie Felicitas in Hornow sind bereits virtuell verbunden, weitere Einrichtungen wie den Ostdeutschen Rosengarten Forst oder den Branitzer Park Cottbus hat er im Blick.

Laut Bernd Wiemer sollen diese unter anderem davon profitieren, dass sie miteinander kostenfrei werben, wie auf ihren Internetseiten. Zudem könne er das Lausitzer Netzwerk auch in das bundesweite touristische Netzwerk mit 215 beteiligten Unternehmen aus der Reiseindustrie wie Reiseveranstalter, Freizeitparks, Tourismusanbieter oder Hotellerie einklinken, in dem er bereits seit 29 Jahren vertreten sei, erklärt der Initiator. Bundesweite kostenlose Werbung sei das Ziel.

„Ich möchte einfach, dass sich Synergien ergeben, dass sich die Lausitz öffnet – den Tourismus zu fördern, ist gerade auch im Hinblick auf den Strukturwandel in der Lausitz wichtig“, sagt der leidenschaftliche Netzwerker. Sein Vorhaben ist, ein digitales, touristisches Transportband für unternehmenseigene Homepages zu knüpfen, das in alle Reisebüros Deutschlands und Europas führt. „Damit werden nicht nur die gängigen Reiseziele wie Berlin, Potsdam oder Dresden gestützt, sondern auch Ziele in der Lausitz, die noch nicht diesen Bekanntheitsgrad besitzen. Profitieren werden davon alle Reisekunden, die Region Lausitz und die teilnehmenden Tourismusunternehmen.“

Grundlage sei, ein attraktives Reiseziel in der Lausitz vorzustellen. Dabei hat sich der langjährige Touristiker auf die Pyramiden spezialisiert, kam auf das Thema bei seinen Reisen nach Ägypten und Mexiko, den eigentlichen Ländern der Pyramiden.

Dabei stellte Wiemer fest, dass es in der Lausitz so viele Pyramiden wie sonst nirgends in Europa gibt: die  zwei Pyramiden im Branitzer Park in Cottbus, die Cristalica-Pyramide in Döbern, die Restaurantpyramide am Dreiweiberner See bei Lohsa und das in Pyramidenform gebaute Gebäude des Technologieparks in Kolkwitz.

Diese könnte man miteinander vernetzen, schwebt dem Döberner vor – verbunden mit weiteren touristischen Punkten wie dem Unesco-Weltkulturerbe Pückler-Park Bad Muskau, dem Erlichthof Rietschen oder dem Rhododendronpark Kromlau mit der Rakotzbrücke. Die von der Hornower Schokoladenfabrik Felicitas erschaffenen Schokoladen-Pyramiden oder die Pückler-Eis-Verkostung des Kulturhotels  Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau passen laut Wiemer gut in das Konzept.

Und wie kommt der Vorstoß des Döberners bei den Touristikern an? Goedele Matthyssen von der Confiserie Felicitas teilt mit: „Prinzipiell freuen wir uns über jede Initiative zur Stärkung unserer Region und zur Vernetzung der Unternehmen, denn ‚gemeinsam sind wir stark’. Um die Angebote für unsere Gäste noch attraktiver zu gestalten, ist es sinnvoll, Interessen zu bündeln und zusammenzuarbeiten.“

Thekla Nichterlein, Geschäftsführerin des Kulturhotels Fürst Pückler Park Bad Muskau, sagt, dass Wiemers Initiative noch sehr neu sei, sodass über Ergebnisse noch nichts gesagt werden könne. „An sich sehen wir die Initiative als Verkaufsweg für uns, weniger als ein klassisches Netzwerk“, so Thekla Nichterlein.

Noch nicht richtig einschätzen kann das Konzept Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Lausitzer Seenland. „Es gibt  bereits eine Reihe touristischer Stammtische und Gesprächsgruppen – aber ich bin für Netzwerke immer offen.“

 Die Cristalica-Pyramide in Döbern.
Die Cristalica-Pyramide in Döbern. FOTO: LR / Steffi Ludwig
 Bernd Wiemer faszinieren die Pyramiden - in seinen drei Büchern hat er Pyramiden in Ägypten, Mexiko und den USA beschrieben, Am Bildschirm die Pyramide im Branitzer Park Cottbus.
Bernd Wiemer faszinieren die Pyramiden - in seinen drei Büchern hat er Pyramiden in Ägypten, Mexiko und den USA beschrieben, Am Bildschirm die Pyramide im Branitzer Park Cottbus. FOTO: LR / Steffi Ludwig
 Die Cristalica-Pyramide in Döbern.
Die Cristalica-Pyramide in Döbern. FOTO: LR / Steffi Ludwig