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| 12:37 Uhr

Schnellschuss oder mehr Verkehrssicherheit?
Wirbel um Einbahnstraßen-Idee

 Die Kirchstraße in Döbern soll zur Einbahnstraße umgestaltet  werden.
Die Kirchstraße in Döbern soll zur Einbahnstraße umgestaltet werden. FOTO: Sven Hering
Döbern. Die Pläne der Döberner Stadtverordneten für die Kirchstraße stoßen auf Kritik. So moniert das Verkehrssicherheitsaktiv, in den Prozess nicht eingebunden worden zu sein. Zur geforderten Einbahnstraße gebe es zudem bessere Alternativen. Von Sven Hering

Für die einen ist es ein Schnellschuss. Die anderen versprechen sich davon mehr Sicherheit. Die Entscheidung der Döberner Stadtverordneten, die Kirchstraße künftig zu einer Einbahnstraße umzugestalten, stößt im Ort nicht nur auf Wohlwollen.

In der Vergangenheit seien in der Straße einige Unfälle zu verzeichnen gewesen, hatte Yvonne Fischer (CDU) den Vorstoß in der Stadtverordnetenversammlung begründet. Mit Eröffnung einer weiteren Arztpraxis in der Straße werde sich die Verkehrssituation nicht entspannen. Eine Einbahnstraße könne dazu beitragen, den Verkehr zu beruhigen, den Schulweg sicherer zu gestalten und weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Doch schon vor der Abstimmung gab es auch kritische Stimmen. Eberhard Koch (FDP) sagte: „Das ist ein Schnellschuss, der nicht ausreichend inhaltlich diskutiert wurde.“ Manfred Balzer (FDP) war ebenfalls gegen die Pläne. „Ich habe mit Anwohnern gesprochen, die wollen keine Einbahnstraße.“ In der Abstimmung gab es sieben Ja-Stimmen, eine Enthaltung bei drei Gegenstimmen.

In einem Brief an den Döberner Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) kritisiert jetzt auch das Verkehrssicherheitsaktiv der Stadt die Einbahnstraßenpläne. Die Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung sei übereilt gewesen, heißt es darin. Die weitreichenden Entscheidungen seien nicht gründlich debattiert worden.

Zusätzliche Verkehrszeichen, ein Zurücksetzen der Zaunanlage in der Forster Straße oder die Beseitigung der Parktasche vor der Forster Straße 12 seien durchaus geeignet, die vor allem kritisierte Situation an der Zufahrt auf die Forster Straße zu entspannen.

„Wir ärgern uns darüber, dass wir als Verkehrssicherheitsaktiv in den Prozess nicht eingebunden wurden“, sagt Karl-Heinz Mader von der AG. Sein Mitstreiter Frank Donath ergänzt: „Auch die Grundstücksanlieger sind vor der Entscheidung der Stadtverordneten nicht befragt worden.“

Die Döberner Amtsverwaltung, die von den Stadtverordneten beauftragt worden ist, den Beschluss umzusetzen, hat eine Anfrage an die Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis gestellt. „Wir wollen dabei wissen, ob die Forderung der Stadtverordneten grundsätzlich rechtlich möglich ist“, sagt Jernou Chahin, Fachbereichsleiter im Ordnungsamt. „Danach werden wir einen entsprechenden Antrag stellen.“

Die Erfolgsaussichten? Dazu lässt sich derzeit keine Prognose abgeben. Sabine Pohle, Sachgebietsleiterin für öffentliche Ordnung, Personenstandswesen und Verkehr im Landkreis Spree-Neiße, verspricht, den Antrag gründlich zu prüfen. Dazu gehöre eine Vor-Ort-Besichtigung, außerdem würden Partner wie die Polizei angehört, ob es in der Straße häufig Unfälle gegeben hat. „Wir machen uns die Entscheidung nicht einfach“, so Sabine Pohle.

     Frank Donath (l.) und Karl-Heinz Mader vom Verkehrssicherheitsaktiv der Stadt Döbern fordern eine Einbindung ihres Gremiums in die Diskussion.
Frank Donath (l.) und Karl-Heinz Mader vom Verkehrssicherheitsaktiv der Stadt Döbern fordern eine Einbindung ihres Gremiums in die Diskussion. FOTO: Sven Hering