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| 01:27 Uhr

Döbern-Land will Greifbares bei Wasserbetrieb-Sanierung

Döbern-Land. Das Risiko eines Neins vom Amtsausschuss Döbern-Land zum Sanierungskonzept für den Eigenbetrieb Abwasser und die Trinkwasserversorgungs- GmbH sollte am Montagabend nicht riskiert werden: Während in den ursprünglichen Vorlagen der Amtsausschuss das Sanierungskonzept für Abwasserent- und Trinkwasserversorgung beschließen sollte, war es schließlich nur „zur Kenntnis“ zu nehmen. Dennoch: Mehrheitlich hat der Ausschuss Amtsdirektor Werner Guckenberger und Wolfram Nelk, Geschäftsführer des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ), für die Verhandlungen mit Land und Landesinvestitionsbank bevollmächtigt. Von Frank Muscheid

Wer viel fordere, könne das Maximale bekommen, so Guckenberger. Das Sanierungskonzept, das der GWAZ für die Wasserbetriebe von Döbern-Land in Auftrag gegeben hat, stellt einen Finanzbedarf für die Trinkwasserversorgung von 5,045 Millionen Euro auf. Davon sind demnach 2 589 500 Euro bis zum Dezember 2009 notwendig. Für Ausbau und Sanierung der Abwasserentsorgung ergibt die Prüfung gar einen Bedarf von 7 672 200 Euro, davon in 2009 allein 5 773 200 Euro.
Während für die Trinkwasserversorgung Steuerungs-Klappen für das Wasserwerk Döbern für 220 000 Euro fest eingeplant sind, stehen für die Abwasserentsorgung weitaus höhere Summen im Programm. So müssen laut Konzept bis zum Jahr 2009 für unterlassene Erhaltungsinvestitionen und Instandhaltung in Döbern Süd-West 60 000 Euro, in Döbern Ost/Zentrum 645 000 Euro, in Eichwege 300 000 Euro, im nördlichen Teil der B 115 in Döbern 195 000 Euro, in Tschernitz-Warmbrunn 76 000 Euro und für Resterschließungen in Tschernitz 340 000 Euro ausgegeben werden. Groß Kölzigs Anschluss an das Klärwerk Döbern koste 2 045 000 Euro.
Auch in Friedrichshain soll sich etwas tun: Priorität haben vor dem Rückbau der dortigen Kläranlage für 43 000 Euro die Überleitung nach Döbern für 465 000 Euro und der Anschluss der August-Bebel-Straße für 600 000 Euro. Der wahlweise Neubau der Kläranlage Groß Schacksdorf oder die Überleitung zum Forster Klärwerk werden mit 450 000 Euro veranschlagt. Die noch völlig offene Frage, wie es mit der Kläranlage Jethe weitergeht, wird in 12 000 Euro für den Rückbau und 327 000 Euro für einen möglichen Neubau gegossen. Das Ortsnetz Gahry schlüge mit 692 000 Euro zu Buche. Das Projektmanagement ist mit 40 000 Euro veranschlagt.

Offene Fragen auch in Schacksdorf
Trotz aller Zahlen: Unter dem Strich bleibt die Unsicherheit bei vielen Amtsausschussmitgliedern. So wollte Groß Schacksdorf-Simmersdorfs Bürgermeister Wolfgang Katzula konkret wissen, ob eine Sanierung der Kläranlage Groß Schacksdorf damit vom Tisch sei. Vor jeder Maßnahme werde die Einzelinvestition noch einmal geprüft, verkündete Wolfram Nelk.
Selbst über die Abstimmungsmodalitäten herrschte noch Unklarheit: So waren beim Beschluss des Wirtschaftsplans 2008 des Eigenbetriebs Abwasser, der Voraussetzung ist, und bei der Abstimmung über das Sanierungskonzept Abwasser nur jene Amtsausschussmitglieder stimmberechtigt, deren Gemeinde die Entsorgungspflicht übertragen hat. Laut Guckenberger sei das geprüft, Nelk hegte Zweifel an der Verfahrensweise. Guckenberger versicherte, dass auch jene Gemeinden Teil der Verhandlungen seien, die nicht an das Amt übertragen hätten.

Zeit- und Maßnahmeplan ist Zusage
Bei fünf Enthaltungen wurde das Konzept für die Trinkwasserversorgung „zur Kenntnis“ genommen, mit drei Enthaltungen Amtsdirektor und GWAZ-Geschäftsführer zur Verhandlung mit dem Land bevollmächtigt. Ausschussvorsitzender Egbert Piosik stimmte dagegen: Er befürchtet, dass marktwirtschaftliche Interessen vor die Sozialverträglichkeit für seine Gemeinde Wiesengrund gestellt sind.
Einstimmig nahm der Ausschuss auch das Konzept für das Abwasser zur Kenntnis und beauftragte Guckenberger und Nelk, der nur eins sicher sagen konnte: Ein unterschriebener Zeit- und Maßnahmeplan des Landes sei ein Förderbescheid.