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| 17:54 Uhr

Döbern-Land
Döbern-Land bleibt weiter ohne Amtsdirektor

Döbern-Land. Amtsausschuss stimmt gegen einzigen Kandidaten. Eine neue Ausschreibung muss vorbereitet werden. Von Katrin Kunipatz

Mitarbeiter der Verwaltung und ein Dutzend Bürger aus dem Amt Döbern-Land waren zur Sitzung des Amtsausschusses am Montag erschienen. Der neue Amtsdirektor sollte nach einer kurzen Vorstellung seiner Person gewählt werden – so sah es die Tagesordnung vor. Aber nach einer halben Stunde war die Sitzung beendet, und Mike Lenke bleibt amtierender Amtsdirektor in Döbern-Land.

Egbert Piosik, Vorsitzender des Amtsausschusses, erläuterte den 16 anwesenden Mitgliedern des Amtsausschusses – Ingrid Nicko war erkrankt entschuldigt – die Sachlage: Von fünf Bewerbern, die ihre Unterlagen nach der Ausschreibung bis Ende August vergangenen Jahres eingereicht hatten, erfüllte nur ein Bewerber die gesetzlichen Mindestanforderungen. Gemäß Paragraf 138 der Kommunalverfassung muss ein Bewerber eine entsprechende Ausbildung und die nötige Erfahrung nachweisen, die ihn zum Hauptverwaltungsbeamten qualifiziert.

Nach intensiven und langwierigen Abstimmungen mit der Kommunalaufsicht und dem brandenburgischen Innenministerium war im Januar klar, welcher Bewerber qualifiziert ist. Wie der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke bestätigte, sei der Bewerber Jens Uwe Bock vor vier Wochen zur Sitzung am Montag eingeladen worden. Am Morgen des Sitzungstages erhielt Lenke Kenntnis von einer E-Mail, die am Freitagabend in der Amtsverwaltung eingegangen war. Darin teilt der Bewerber mit, dass er an seiner Bewerbung festhalte, den Termin am Montag aber nicht wahrnehmen könne, weil er an einer zweiwöchigen Fortbildung teilnehmen müsse. Die Gemeindeverwaltung Waffenbrunn, bei der Bock seit September 2017 als Geschäftsleiter arbeitet, bestätigte dies auf Nachfrage der RUNDSCHAU.

Wenig begeistert zeigten sich die Amtsausschussmitglieder von dieser Entwicklung. Peter Rabe und Ekkart Herold äußerten ihr Unverständnis. „Außer dem Tod gibt es für einen Bewerber um so ein Amt keine Entschuldigung“, so Herold. Piosik erläuterte, dass eine Wahl auch in Abwesenheit des Bewerbers durchgeführt werden könne. Kristin Schütz versicherte, auch mit der schriftlichen Bewerbung könne man sich ein Bild vom Bewerber machen. Für die Gäste stellte Ausschussvorsitzender Piosik den Bewerber kurz vor. Der 57-Jährige ist Verwaltungsfachwirt und hat bereits als Bauamtsleiter, Amtsdirektor, Bürgermeister und später Hauptamtsleiter vor allem in Gemeinden in Süddeutschland gearbeitet. Jedoch gebe es eine Lücke von vier Jahren, zu der man ihn nun nicht befragen könne. Aktuell arbeitet er in Oberbayern.

Geheim stimmen die Ausschussmitglieder ab. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Von 16 Anwesenden gaben 15 gültige Stimmzettel ab und auf allen war „Nein“ angekreuzt. „Damit hat die Wahl stattgefunden“, betont Egbert Piosik. Den Auflagen der Kommunalaufsicht, die Wahl zum Amtsdirektor durchzuführen, ist der Amtsausschuss damit nachgekommen. Weil der einzige Bewerber jedoch nicht den Ausschuss überzeugen konnte, bleibt die Stelle unbesetzt. Piosik erläutert, dass der Ausschuss zur Wahl des Amtsdirektors eine neue Ausschreibung vorbereiten werde. Die Kommunalaufsicht betont, dass dies unverzüglich erfolgen müsse. „Das Verfahren ist solange zu wiederholen, bis die Stelle besetzt ist“, heißt es auf Nachfrage aus dem Kreishaus. Vorerst bestehe aber keine Notwendigkeit, eine Ersatzperson einzusetzen, da die gesetzlichen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt seien.