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| 13:20 Uhr

Neuer Betreibervertrag
Döbern gibt mehr Geld für Badespaß

 Der Badesee Eichwege ist ein beliebtes Ziel für die Einwohner Döberns und auch aus der Umgebung.
Der Badesee Eichwege ist ein beliebtes Ziel für die Einwohner Döberns und auch aus der Umgebung. FOTO: Angela Hanschke
Döbern. Ein neuer Betreibervertrag für den See in Eichwege belastet den ohnehin klammen Haushalt der Stadt Döbern. Trotzdem halten Bürgermeister und Stadtverordnete an dem bewährten Modell der vergangenen Jahre fest. Von Sven Hering

Strahlend blauer Himmel, Temperaturen um die 30 Grad. Es sind diese Tage, wo man sich schwerlich einen besseren Platz als am Wasser vorstellen kann. Für die Döberner ist da der Badesee in Eichwege die erste Adresse. „Und er zieht auch Besucher aus dem Umland an, weil er eine sehr gute Wasserqualität hat“, sagt Döberns Bürgermeister Jörg Rakete (SPD).

Was die Gäste dabei wohl kaum wissen: Die Stadt lässt sich den Badespaß in diesem Jahr deutlich mehr Geld als bisher kosten. Nach der Kündigung des bisherigen Betreibers im vergangenen Jahr wurden Bewachung, Bewirtschaftung und Wasserrettung neu ausgeschrieben. Zwei Angebote sind in der Döberner Verwaltung eingegangen. Beide sind deutlich teurer als die bisher bezahlte Summe.

In den vergangenen Jahren hatte die Stadt monatlich 3800 Euro zu bestreiten. Bei einer Saison von fünf Monaten (Mai bis September) kamen 19 000 Euro zusammen. Allerdings war bei dieser Summe kein Rettungsschwimmer dabei.

Der, so heißt es aus der Verwaltung, ist aus versicherungsrechtlichen Gründen nun notwendig. So wird das Betreiben des Badesees deutlich teurer.

Die Döberner Stadtverordneten haben in ihrer vergangenen Sitzung einem Vertrag für vier Monate zugestimmt. Für den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 30. September muss die Stadt demnach monatlich rund 10 000 Euro bezahlen. Zum Vergleich: In diesem Zeitraum kalkuliert die Verwaltung mit Einnahmen aus Einrittsgeldern in Höhe von 1300 Euro.

Für Jörg Rakete ist die Mehrbelastung alternativlos. „Wir müssen natürlich sehen, ob wir für das nächste Jahr vielleicht eine günstigere Lösung hinbekommen“, sagt er.

Rakete ist sich durchaus bewusst, dass es Ärger geben könnte. Denn der Badesee ist eine freiwillige Aufgabe. Und wegen des Haushaltsdefizits darf sich die Stadt eigentlich nicht mehr Ausgaben leisten. Ende des Jahres 2018 war die Stadt mit reichlich 13 Millionen Euro verschuldet.

Doch die einzige vermeintliche Alternative ist sowohl für den Bürgermeister als auch für die Stadtverordneten keine: Den See aus der öffentlichen Bewirtschaftung herauszunehmen, kommt für sie nicht in Frage.

Diese Variante war den Stadtverordneten ebenfalls vorgestellt worden. Dabei würde das Gelände des Badesees dauerhaft geöffnet. Die Besucher müssten keinen Eintritt mehr bezahlen. Es wäre aber niemand mehr vor Ort, der sich um Ordnung kümmert. Von einem Rettungsschwimmer ganz zu schweigen. Der Bauhof der Stadt Döbern würde zwar die Rasenmahd übernehmen. Um die Sauberkeit müssten sich aber die Badegäste selbst kümmern.

„Das ist für uns keine Option“, sagt Jörg Rakete. „Schließlich haben wir in den vergangenen Jahren auf dem Gelände investiert.“ So will der Bürgermeister auch eine mögliche Konfrontation mit der Kommunalaufsicht aushalten. Denn so gänzlich dürfe sich die Kommune trotz schwieriger Haushaltslage nicht aus der Verantwortung stehlen, wenn es darum gehe, das Gemeinwohl zu unterstützen, sagt er. Aus diesem Grund hatten sich die Stadtverordneten erst jüngst entschieden, für eine kleine Feier aus Anlass 50 Jahre Stadtrecht ein paar tausend Euro in den Haushalt einzustellen.