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| 18:37 Uhr

Verkehrslärm
Döbern berät über Tempo 30 für Lkw auf der B 115

Tempo 30 für Lkw wünschen sich die Döberner an der B 115.
Tempo 30 für Lkw wünschen sich die Döberner an der B 115. FOTO: dpa / Felix Kästle
Döbern. Lkw an der B 115 sind zu laut und eine Gefahr für die Schüler, argumentieren Anwohner und die SPD-Fraktion. Von Katrin Kunipatz

Der Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 115 stört. Beklagt werden Lärm und Erschütterungen, die die Fahrzeuge verursachen. Das Problem will die SPD-Fraktion in der Döberner Stadtverordnetenversammlung aus der Welt schaffen und hat einen Beschlussantrag vorbereitet. Demnach sollen Lkw über 3,5 Tonnen nur noch mit 30 Kilometern pro Stunde auf der Muskauer Straße und auf der Forster Straße durch Döbern fahren dürfen.

Der Verkehrslärm übersteige nicht die Grenzwerte, erläuterte die verantwortliche Sachgebietsleiterin Sabine Pohle gegenüber der RUNDSCHAU (Bericht vom 12. September 2018). Berechnet hat der Landesbetrieb Straßenwesen den Lärmpegel für das Gebäude Muskauer Straße 5, weil es am dichtesten an der Straße steht. Dessen Eigentümer Udo Werner sagt: „Die berechneten Grenzwerte von tags 67 dB und nachts 61 dB übersteigen die in der TA Lärm angegebenen Richtwerte von 60 dB am Tag und 45 dB in der Nacht deutlich.“ Außerdem habe der Lkw-Verkehr seit 2015 zugenommen, weshalb die drei Jahre alten Zahlen nicht als Berechnungsgrundlage herhalten sollten.

In diesem Punkt lenkt Sabine Pohle ein. Der Landkreis Spree-Neiße werde noch im Oktober, spätestens im November, für ein oder zwei Wochen ein Zählgerät in Döbern aufstellen, um die aktuellen Zahlen denen der Bundeszählung gegenüber zustellen. Basis einer neuen Lärmberechnung könnten sie jedoch nicht werden, weil sie nur einen kurzen nicht repräsentativen Zeitraum abbilden. Hinsichtlich der Grenzwerte verweist die Sachgebietsleiterin auf die Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm. Demnach kommen Lärmschutzmaßnahmen nur in Betracht, wenn in Mischgebieten tags mehr als 72 dB und nachts mehr als 62 dB errechnet werden.

Doch ein Argument haben die Döberner noch auf ihrer Seite: die Sicherheit der Kinder. Schüler aus dem Ort und auch Busschüler müssen die Bundesstraße überqueren, um die Gebäude der Grund- und Oberschule zu erreichen. Zwar gibt es eine Ampel an der Kreuzung Muskauer und Senftenberger Straße, aber viele würden den Weg vom Busplatz zur Sporthalle abkürzen und passieren an anderen Stellen die B 115, so Udo Werner. Die SPD-Fraktion will – wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht möglich ist – prüfen lassen, ob nicht bauliche Veränderungen im Verlauf der B 115 die Lkw zwingen, langsamer zu fahren. Zumindest im Abschnitt zwischen Ringstraße und Ortsausgang steht noch eine Fahrbahnerneuerung an.

Die Stadtverordnetenversammlung ist öffentlich. Sie beginnt 18.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Döbern. Weitere Punkte auf der Tagesordnung sind der Bebauungsplan fürs Schulzentrum und die Schließtag in der Kita „Regenbogen“.