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| 14:44 Uhr

Start für Millionenprojekt
Döbern bekommt neue Schule

     In Döbern ist am Montag der erste Spatenstich für den Schulneubau vollzogen worden. Dafür legten sich Svea Gerland, Evelyn Näther, Jörg Rakete, Britta Ernst, Eva Schramek, Anja Redlow und Hendrik Rieger (v.l.) ins Zeug.
In Döbern ist am Montag der erste Spatenstich für den Schulneubau vollzogen worden. Dafür legten sich Svea Gerland, Evelyn Näther, Jörg Rakete, Britta Ernst, Eva Schramek, Anja Redlow und Hendrik Rieger (v.l.) ins Zeug. FOTO: Sven Hering
Döbern. Am Montag ist der erste Spatenstich am Schulzentrum in Döbern erfolgt. In zwei Jahren soll das 12 Millionen Euro teure Gebäude stehen. Zum Startschuss gab es viele gute Wünsche – und sogar ein paar Tränen. Von Sven Hering

Evelyn Näther war am Montag der wohl glücklichste Mensch in Döbern. Zwar gab sich die Leiterin des Schulzentrums alle Mühe, die Tränen zu verbergen, die sie da plötzlich übermannten. Doch so richtig gelingen wollte ihr das nicht. Weil es allerdings Freudentränen waren, passte es zum Rahmen, der sich am ersten Tag des neuen Schuljahres bot.

In der Ringstraße, auf einem noch beinahe unberührten Feld, wurde der erste Spatenstich für das wohl wichtigste Zukunftsprojekt für die Stadt und das Amt Döbern vollzogen. In zwei Jahren soll dort ein neues Schulgebäude stehen. Rund 12 Millionen Euro lässt sich das Amt als Schulträger das Vorhaben kosten.

Neue Schule in Döbern mit viel Licht und breiten Fluren

Breite Flure werden dann in die Mitte des Gebäudes führen, wo sich Treppe und Lichthof befinden. Letzterer kann als Grünes Klassenzimmer genutzt werden und bringt Tageslicht und frische Luft ins Gebäude. Im Erdgeschoss befinden sich laut Planer Sekretariat, Lehrerzimmer, Schülerküche, Technikräume und ein großer Mehrzweckraum. Im ersten Obergeschoss die Klassenräume für die 1. und 2. Klasse sowie die Fachräume für Kunst, Musik, Naturwissenschaft und Wirtschaft-Arbeit-Technik. Im zweiten Obergeschoss sind alle Klassenräume für die 3. bis 6. Klasse. Fußbodenheizung und Wlan gibt es in allen Klassenräumen. Die Außenanlagen sehen den nötigen Busplatz an der Ringstraße sowie einen Schulhof mit verschiedenen Spielangeboten hinter dem Gebäude. Für Hendrik Rieger vom SEHW-Architekturbüro aus Berlin sind es vor allem die großzügigen Flure, die das Gebäude prägen. „Wir wollen, dass sich der Unterricht nicht nur in den Klassenräumen abspielt“, sagte er. Stattdessen sei das Gebäude großzügig und modern gestaltet mit Optionen für künftig möglicherweise auch veränderte Lehr- und Lernmethoden. Was das Döberner Projekt außerdem noch auszeichnet? „Hier ziehen alle an einem Strang, hier haben alle ein Ziel, was man verwirklichen will“, erklärte er.

 Die Grundschüler hatten eine kurze Rede vorbereitet. Sie freuen sich auf ihr neues Domizil.
Die Grundschüler hatten eine kurze Rede vorbereitet. Sie freuen sich auf ihr neues Domizil. FOTO: Sven Hering

Für die neue Amtsdirektorin Anja Redlow war es der erste große öffentliche Auftritt. „So schön und attraktiv das hier neu entstehende Schulgebäude auch sein wird, wichtiger ist es, ob es außerdem Platz bietet und Raum für das darin stattfindende Leben“, betonte sie. „Die Kinder werden hoffentlich in den hier entstehenden Räumen träumen und die Grundsteine für die Verwirklichung ihrer Träume legen können“, ergänzte die Verwaltungschefin. „Wir bauen hier für diejenigen, die unsere Zukunft sind, unsere Kinder“, erklärte sie. Der Neubau koste viel Geld, von dem das Amt zu wenig habe. „Der Neubau einer Schule ist aber auch eine Investition für unsere Zukunft und eine Einladung, sich hier niederzulassen.“

Döberns Bürgermeister hofft auf weiteres Fördergeld

„Wir haben uns gefetzt wie die besten Kesselflicker, ob wir modernisieren oder neu bauen“, beschrieb Döberns Bürgermeister und Amtsausschuss-Chef Jörg Rakete (SPD) die vergangenen Monate. „Ich bin sehr dankbar, dass wir uns zusammengerauft und entschieden haben, dieses Projekt gemeinsam anzugehen.“ Das Amt nehme für die Schule viel Geld in die Hand, eigenes Geld und Fördergeld. Für die Finanzhilfe sei er auch sehr dankbar. „Noch dankbar wären wir, wenn wir noch einen Nachschlag bekämen, denn den brauchen wir ganz dringend“, betonte er mit Verweis auf die prekäre Haushaltslage.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) konnte zumindest am Montag keine weiteren Zugeständnisse machen „Wir haben als Land ein großes Investitionsprogramm mit 80 Millionen Euro aufgelegt“, betonte sie. „Weil es so ein erfolgreiches Programm war, ist das Geld jetzt ausgegeben“, ergänzte sie. Sie sprach sich allerdings dafür aus, dass das Programm in der nächsten Legislaturperiode fortgeführt werde. „Ich finde es gut, dass wir in Brandenburg nicht nur damit zu tun haben, Schulen zu schließen“, sagte die Ministerin.

 Zwölf Millionen Euro werden in Döbern in den Schulneubau investiert.
Zwölf Millionen Euro werden in Döbern in den Schulneubau investiert. FOTO: Sven Hering

Döberns Schulleiterin den Tränen nahe

Schulleiterin Evelyn Näther hatte, bevor die Beteiligten zu den bereitgestellten Spaten griffen, erst noch mit den Tränen zu kämpfen. „Es ist ein tolles Ereignis, in so einem Ort mit nicht mal 4000 Einwohnern so eine Schule zu errichten“, sagte sie. „Da denkt man, das ist doch gar nicht möglich. Aber es ist möglich.“ Das habe auch damit zu tun, dass hier vor Ort eine gute Arbeit geleistet werde. Der Zuspruch von Eltern und Schülern sei groß. „Das Schulzentrum ist wirklich ausgelastet und genau das wollen wir“, so die Leiterin. Die Kollegen seien jetzt ein Jahr zusammen. Es herrsche ein prima Klima. „In zwei Jahren“, so Evelyn Näther, „wollen wir umziehen, das machen wir dann mit einem richtigen Umzug hierher, darauf wollen wir uns schon jetzt freuen, das wird ein tolles Ereignis.“