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| 01:30 Uhr

Diskussion um den Wert der Forster Jule-Gleise

Alteisen oder Denkmal? An den Jule-Gleisen scheiden sich die Geister.
Alteisen oder Denkmal? An den Jule-Gleisen scheiden sich die Geister. FOTO: jas
Forst. Die Diskussion um die Gleisreste der Forster Stadtbahn wird zum Dauerbrenner. Der Forster Stadtverordnete Bernd Lehmann (CDU) weist jetzt auf die Kosten hin, die durch die Sicherung der Gleisanlagen bei einem Neubau der Straßen auf die Anlieger zukommen könnten. Die RUNDSCHAU diskutiert das Thema Jule-Schienen am morgigen Mittwoch gegen 17.30 Uhr bei der RUNDSCHAU-Jubiläumstour auf dem Podium am Forster Marktplatz. Von Jan Selmons

"Das Landesdenkmalamt soll den Leuten mal erklären, warum sie bis zu 40 Prozent ihrer Umlagensumme bei einem Straßenumbau für das Wiedereinbauen der Schienen in die Straße bezahlen sollen", sagt der Stadtverordnete Bernd Lehmann (CDU). Für viele klingt das Kompromisspapier zum Umgang mit den Jule-Gleisen, auf das sich Stadt und Landesamt geeinigt haben, wie ein Scherz. Die Stränge sind für den weiteren Umgang kategorisiert in:

A-Abschnitte, bei denen die Schienen im Boden bleiben können, da dies wichtige Abschnitte sind und die Straße nicht saniert wird.

B-Abschnitte, bei denen eine Herausnahme der Schienen wegen des Straßenbaus notwendig ist und die Schienen wieder verlegt werden.

C-Abschnitte, bei denen die Schienen durch eine Sanierung der Straße herausgenommen und nicht wieder verlegt werden. Hier soll eine Kennzeichnung auf der neuen Straßendecke erfolgen.

D-Abschnitte, bei denen die Schienen wegkommen. Fünf Teilstücke sind mit der Kategorie B bewertet worden. Dazu gehören die Gleise an der Werner-Straße, der Albertstraße, an der Max-Fritz-Hammer-Straße, Planckstraße und der Kirchstraße.

Viele Forster halten das für eine Zumutung. "So viele Forster sind wegen der Jule-Gleise schon hingeflogen", sagt Erika Weihrauch. Rainer Kliche vom Seniorenbeirat hat bereits Unterschriften gegen die Jule-Gleise gesammelt. Er sagt: "Es muss eine Lösung geben." Zur Erinnerung an die Schwarze Jule genüge es, an Stellen wie dem Textilmuseum Teile zu erhalten. Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) ist zwar froh, dass mit dem Kompromisspapier ein Rechtsstreit mit dem Landesamt ruht. Dennoch sagt er: "Für die Stadt ist das eine Belastung." Matthias Baxmann vom Landesamt für Denkmalpflege bringt indes einen Pfad der Industriegeschichte ins Spiel und bricht eine Lanze für die Jule-Reste. "Forst hat da etwas ganz Besonderes in der Straße liegen." Industriedenkmale würden in ihrer Bedeutung noch nicht so wahrgenommen, wie ein barockes Baudenkmal.

Gäste bei der Diskussion am morgigen Mittwoch sind Matthias Baxmann vom Landesamt für Denkmalpflege, Rainer Kliche vom Seniorenbeirat und Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP).