Der Landkreis Spree-Neiße hat es bereits im vergangenen Jahr angekündigt, im Amt Döbern wird es mit Stichtag 1. April 2020 vollzogen, ebenso in der Forster Stadtverwaltung: ab diesem Tag können Unternehmen Rechnungen elektronisch bei öffentlichen Auftraggebern einreichen.

Stadt Forst richtet elektronisches Behördenpostfach ein

„Wir tragen damit dem Gesetz Rechnung“, sagt Sören Reichelt, Fachbereichsleiter Finanzen und Kämmerer in der Amtsverwaltung Döbern. „Was ab diesem Zeitpunkt als Papier bei uns reinkommt, wird eingescannt und elektronisch weiterverarbeitet“, ergänzt er.

Auch die Stadt Forst wird die Möglichkeit einräumen und ein elektronisches Behördenpostfach einrichten, sagt Jens Handreck, Verwaltungsvorstand für Finanzen und Sicherheit. Für den Bürger selbst ändere sich aber vorerst nichts. „Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen“, ergänzt Handreck. Bescheide, zum Beispiel über Beiträge und Gebühren, würden weiterhin in Papierform verschickt. „Und wer unser Geld haben will, der wird auch Möglichkeiten finden, es zu bekommen“, ergänzt der Forster Finanzchef augenzwinkernd.

Im Landkreis Spree-Neiße bereits umgesetzt

Der Landkreis Spree-Neiße ist schon im vergangenen Jahr den nächsten Schritt zum papierlosen Büro gegangen.

Die Behörden setzen damit eine EU-Richtlinie um. Demnach waren Bundesministerien und Verfassungsorgane bis November 2018 zur Umstellung verpflichtet, anschließend waren und sind die öffentlichen Verwaltungen an der Reihe. Doch auch Unternehmen, die Produkte an eine Behörde verkaufen oder für diese als Dienstleister tätig sind, müssen sich künftig auf den Versand von eRechnungen einstellen.

Digitalisierung von Anfang bis Ende

Die Umstellung soll Chancen sowohl für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft als auch für eine moderne Verwaltung bieten. Von der Auftragsvergabe bis zur Bezahlung sollen Unternehmen und Behörden in die Lage versetzt werden, ihre Prozesse von Anfang bis Ende zu digitalisieren. Mit der Einführung der E-Rechnung sollen Wirtschaft und Verwaltung näher zusammengebracht werden.

Auch wenn der Bürger derzeit noch nicht von der Umstellung betroffen ist, soll er auf lange Sicht ebenfalls profitieren. „„Er braucht sich irgendwann nicht mehr in sein Auto setzen und hierher zu fahren, um die Rechnung abzugeben“, nennt Olaf Lalk (CDU), Erster Beigeordneter in Spree-Neiße, ein Beispiel.