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Die Zukunftsplanung für den Muskauer Geopark beginnt

Weißwasser. Die brandenburgische Geschäftsstelle soll nach Groß Kölzig umziehen. Der Masterplan wird mit Bürgern in Weißwasser und Leknica erarbeitet. Christian Köhler

Welche Strategien und Entwicklungen soll der Geopark Muskauer Faltenbogen bekommen? Welche Maßnahmen werden für den Unesco-Park in den kommenden zehn Jahren festgeschrieben? Das wollen die Stadt Weißwasser und die polnische Gemeinde Leknica gemeinsam mit Bürgern, Kommunen und Behörden erarbeiten. "Wir wollen einen Masterplan festschreiben", erklärt Geopark-Geschäftsführerin Nancy Sauer der RUNDSCHAU, "und dabei sollen vor allem die Einwohner einbezogen werden." Dies, so erklärt die Geoparkchefin weiter, sei auch eine Vorgabe aus dem Jahr 2015 gewesen, als der Park das Unesco-Siegel erhalten hatte. 2018 erfolgen die Überprüfung und die Auswertung, ob der Park den Unesco-Titel behalten kann.

Dafür allerdings braucht es eine klare Strategie und Zielfestlegung, was genau in dem Park geschehen soll. Über die kommenden sechs Monate soll nun mit professioneller Unterstützung an einem allumfassenden Strategiepapier für den Geopark gearbeitet werden. Dazu, so teilt die Stadtverwaltung Weißwasser mit, werden öffentliche Workshops auf deutscher und polnischer Seite angeboten. "Wir stehen als Stadt zur Verfügung, den Geopark weiterzuentwickeln, "sagt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). "Wir setzen darauf, dass die Bevölkerung wissen möchte, was künftig bei uns entstehen wird und wir laden alle dazu ein, sich einzubringen und mitzugestalten", ergänzt Nancy Sauer das Anliegen. Immerhin gibt es bereits mehrere Pläne, was die Vermarktung angeht. Erst vor wenigen Wochen berichtete der Stiftungsrat der Fürst-Pückler-Stiftung in Bad Muskau, dass das Kavaliershaus in der Nähe des Neuen Schlosses zum sächsischen Besucherzentrum für den Geopark umgebaut werden soll. "Das Vorhaben unterstützen wir ausdrücklich", schwärmt Nancy Sauer. Immerhin gebe es dort dann die Möglichkeit, den Besuchern und Gästen zu zeigen, was die Eiszeit in der Region bewirkt hat. Über den Info-Punkt, der nach der Bahnhofssanierung in Weißwasser entstehen soll, können Touristen Erlebnisreisen und Ausflüge buchen. "Wir arbeiten schon jetzt mit den Tourismusinformationen der Region gut zusammen", sagt die Geoparkchefin. Von einer richtigen Anlaufstelle in Weißwasser könne die gesamte Region profitieren.

Im brandenburgischen Teil dagegen sehen die Pläne vor, das Büro des Geoparks von Döbern nach Groß Kölzig in die Ziegelei zu verlegen. Auf polnischer Seite plant die Gemeinde Leknica ein Informationszentrum des Parks. Dies, so ließ jüngst Cord Panning, Parkleiter in Bad Muskau, verlauten, könne im polnischen Teil des Pücklerparks an der alten Baumschule entstehen. Dafür allerdings müssten dort die Gebäude wieder aufgebaut werden.

Zum Thema:
Der Masterplan, der Ziele und Arbeitsschwerpunkte des deutsch-polnischen Unesco-Geoparks bis 2028 festschreiben soll, wird über den Kleinprojektefonds des Interreg-Programms Polen-Sachsen finanziert. 85 Prozent der Kosten werden gefördert. Die Auftaktveranstaltung findet am 17. August um 14 Uhr in der Bibliothek in Weißwasser statt. Infos gibt es unter Telefon 035600 368712.