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| 01:13 Uhr

Die Russen kümmerten sich um Denkmale nicht

Kurt Noack aus Groß Kölzig schreibt zu dem Beitrag „in Gosda II verbuddelt“ (Forster RUNDSCHAU vom 12. November) : Schulz und Kundisch rufen in ihrem Beitrag Kriegerdenkmale in die öffentliche Erinnerung zurück.


Die Zerstörung zahlreicher Denkmale in den Dörfern des Kreises geht meines Wissens nicht auf Anordnung der sowjetischen Kommandantur in Spremberg zurück. Die Russen kümmerten sich offensichtlich um Denkmale nicht. Der Beweis dafür liegt in Gedenksteinen, die in sehr vielen Dörfern an gut sichtbarer Stelle in der Dorfmitte unbeschädigt erhalten blieben. Die Chronisten wissen, dass die Zerstörungen damals vor allem auf geltungssüchtige Dorfobrigkeiten zurück gingen.
In Spremberg soll es der kommunistische Landrat Neugebauer gewesen sein, der für seinen Machtbereich diese Anordnung traf. Nur der Gedenkstein auf dem Georgenberg erwies sich als widerstandsfähig und wurde später umfunktioniert. In Cottbus wurde gar erst im Jahre 1964 im heutigen Puschkinpark eine Gedenksäule zerstört. In Groß Kölzig störte das hauptsächlich mit dem Geld der Vereine finanzierte Denkmal für die Gefallenen 1914/18 an seinem Platz in der Ortsmitte. Der große Gedenkstein 1870/71 auf dem Dorfplatz verschwand 1945 von der Bildfläche und wurde in die Erde versenkt.
Aber auch seitdem zeigt die Kultur des Gedenkens im Dorf bis heute ein beschämendes Gesicht. Von 1734 Groß Kölzigern verloren 202 Einwohner durch den letzten Krieg ihr Leben, darunter 28 Zivilisten. An sie erinnert keine Tafel, kein Holzkreuz. Die Grabstätte für während der Kämpfe im April 1945 im Dorf gefallene 178 deutsche Soldaten blieb zu den diesjährigen Trauertagen ohne Pflege, obgleich angenommen werden kann, dass die Kriegsgräberfürsorge einen Teil der Kosten dafür trägt. Eine Tafel an dieser Stätte wurde wieder beschmiert und ein Grabstein zu Ehren des damals jüngsten Kölziger Gefallenen störte jemand und verschwand jetzt spurlos.