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Die regionale Textilindustrie in Filmbeiträgen

Der Filmnachmittag soll Einblicke geben.
Der Filmnachmittag soll Einblicke geben. FOTO: zvg
Forst. Das Brandenburgische Textilmuseum Forst ist einer von sieben Austragungsorten im Land Brandenburg der Filmreihe "Mit der Hände Arbeit. Brandenburgs Handwerk im Film". red/js

Am 12. November werden mehrere Filme gezeigt, die sich mit der Textilindustrie befassen. Sie gelten als oftmals einzige Möglichkeit, die Produktionsprozesse und das soziale Miteinander im Werk nachzuerleben.

Im Februar 1961 besuchte beispielsweise Walter Ulbricht die Forster Feintuchwerke. Vor laufender Kamera kritisiert er zu langsame Webstühle. Zweieinhalb Jahre später arbeitete ein Greiferschützenwebautomat - die Entwicklung wurde in der TV-Sendung "Sehen, denken, urteilen" gefeiert.

Auch abseits solcher Kampagnen sind Filme über die Textilindustrie von der Maschinenfertigung geprägt, heißt es vonseiten des Museums: Arbeiterinnen kontrollieren und programmieren, nähen nicht mehr von Hand. In "Präsent" über das Textilkombinat Cottbus üben sie sich gar als Mannequins. Mode aus Kunstfasern wird zum zeitgemäßen Hit erklärt.

Das 1945 zu 88 Prozent zerstörte "deutsche Manchester" Forst zeigt auch noch zur 700-Jahrfeier Narben des Krieges ("700-jährige Stadt Forst"), später schaffen Verstaatlichungen und Zentralisierungen völlig neue Strukturen in der Textilbranche. Die Re-Privatisierung ab 1990 verläuft dabei nicht ohne Tücken, wie ein längerer Prisma-Fernsehbeitrag mit dem damaligen Wirtschaftsminister Gerhard Pohl aufdeckt.

Die Textil-Filme sind am Samstag, 12. November, 16 Uhr im Brandenburgischen Textilmuseum (Sorauer Straße) zu sehen. Karten zum Preis von drei Euro können im Museum sowie im Gutenberg-Haus erworben werden. Reservierungen sind möglich unter Telefon 03562 97356.