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Die neue Deutsche Blumenfee ist eine Forsterin

Corina Krause, aufgewachsen in Forst, ist die neue Blumenfee.
Corina Krause, aufgewachsen in Forst, ist die neue Blumenfee. FOTO: ZVG
Forst. Sie ist das neue Gesicht der grünen Branche: Corina Krause (33), in Forst aufgewachsen in der traditionsreichen Baumschulen- und Gartenbaufamilie Engwicht, ist neue Deutsche Blumenfee. Die Floristikmeisterin, die seit 14 Jahren in Berlin lebt, wird ihr Amt ein Jahr lang ausüben. Die RUNDSCHAU sprach mit ihr.

Corina Krause, wie kam es dazu, dass Sie die neue Blumenfee geworden sind?
Im Fleurop-Portal habe ich den Aufruf zur Bewerbung um das Amt gesehen. Ich war neugierig darauf, habe mich näher informiert und mich dann beworben.

Und dann sind Sie ausgewählt worden?
Genau, vom ausrichtenden Zentralverband Gartenbau ZVG wurde ich mit weiteren drei Bewerberinnen nach Bonn zum Kennenlernabend mit der bisherigen Blumenfee eingeladen. Am nächsten Tag mussten wir uns vor einer siebenköpfigen Fachjury präsentieren und branchentypische Fragen beantworten. Und dann wurde auch schon verkündet, wer die neue Blumenfee wird.

Was haben Sie gedacht?
Ich habe mich natürlich wahnsinnig gefreut, da alle Bewerberinnen sehr qualifiziert für das Amt waren. Ich habe aber auch gleich angefangen zu überlegen, wie ich alles organisiere (lacht). Denn es bedeutet ja auch einen gewissen Zeitaufwand, aber meine Familie und auch meine fünf tollen Mitarbeiter stehen voll hinter mir. Ich musste das dann aber noch geheimhalten, da es erst zum Gärtnertag am 29. September offiziell verkündet wurde.

Was sind nun Ihre konkreten Aufgaben als Blumenfee?
Die Deutsche Blumenfee ist die Botschafterin der grünen Branche. So werde ich beispielsweise auf der Grünen Woche in Berlin dabei sein und bei der Internationalen Pflanzenmesse IPM in Essen. Und dann gibt es im Februar einen Termin, wo ich Bundeskanzlerin Angela Merkel einen selbstgebundenen Valentinsstrauß überreiche. Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, für den Beruf der Gärtner und Floristen Werbung zu machen. In der Öffentlichkeit ist unser vielfältiges Berufsbild leider manchmal negativ besetzt. Es wird viele repräsentative Termine geben.

Wie quasi bei der Forster Rosenkönigin - hatten Sie da auch einmal überlegt, sich zu bewerben?
Nein, in meiner Forster Zeit war ich noch zu jung dazu.

Wann genau sind Sie aus Forst weggezogen?
Mit 19 Jahren bin ich nach Berlin gezogen. Ich hatte ja meine Lehre in der Gärtnerei meiner Eltern gemacht, meine Schwester Diana hat mich zur Floristin ausgebildet. Da sie dann nach Berlin ging, um dort ein Blumengeschäft zu eröffnen, bin ich mitgegangen. Ich war neugierig auf die Großstadt und wollte mich floristisch weiterentwickeln. 2007 hatte ich meinen Meistertitel in der Hand und habe 2008 das Geschäft meiner Schwester übernommen.

Sie haben ja quasi das "Grüne" in den Genen, sind in der Gärtnerei Ihrer Eltern aufgewachsen - hatten Sie überhaupt eine andere Wahl bei Ihrem Beruf?
Es hat mich keiner dazu gedrängt, im Gegenteil - aber ich war selbst felsenfest davon überzeugt, dass ich Floristin werden möchte. Und es hat sich auch bestätigt im Laufe der Jahre: Es ist der richtige Weg für mich gewesen. Büroarbeit wäre beispielsweise nichts für mich, ich bin eher der praktische Typ.

Sie haben ja schon im Alter von acht Jahren vor dem Forster Krankenhaus Rosensträuße verkauft…
Ja genau. Ich bin jetzt immer entzückt, wenn ich meine vierjährige Tochter sehe und überlege, dass sie auch bald in dem Alter wäre. Das war damals ganz selbstverständlich, dass ich nach der Schule Blumen verkauft habe, die Besucher im Krankenhaus kannten mich schon und sind freudestrahlend auf mich zugekommen. Ich war quasi schon als Kind ein Blumenmädchen.

Wie oft sind Sie noch in Forst?
Da ich einen Jocksdorfer Jungen geheiratet habe (lacht), sind wir schon durch unsere Familien öfter in der Heimat, bestimmt zweimal im Monat.

Wie finden Ihre beiden kleinen Töchter Ihr neues Amt?
Sie finden das ganz toll, dass die Mama die Blumenfee ist. Wenn ich mich zu Hause schick mache und mein Kleid anziehe, leuchten ihre Augen und sie fragen: "Mama, warum machst Du Dich schick?" Das ist schön zu beobachten, wie das die Kinder schon mitbekommen. Das gibt mir auch ganz viel Kraft für das Amt.

Werden Sie als Blumenfee auch mal in der Region sein?
Ja, bestimmt. Denn auch Gärtnereien in der Lausitz können die Blumenfee für Veranstaltungen wie zum Beispiel Pflanzentaufen engagieren.

Mit Corina Krause

sprach Steffi Ludwig

Zum Thema:
Corina Krause ist als Corina Engwicht in Cottbus geboren und in Forst aufgewachsen. Ihr Urgroßvater ist Paul Engwicht, Mitbegründer des Ostdeutschen Rosengartens Forst, Vater Hans-Rainer Engwicht, dem lange die Gartenbau- und Baumschulenfirma gehörte, ist Vorsitzender des Rosengartenfördervereins. Inhaber der Firma ist inzwischen Corina Krauses Bruder Thomas. Corina Krause hat zwei Töchter (zwei und vier Jahre) und lebt mit der Familie in Berlin. Ihr Blumenladen heißt "Grüne Ecke".Mehr im Internet: www.deutsche-blumenfee.de