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| 19:55 Uhr

Bürgermeisterwahl
Die Kandidaten im ersten Vergleich

Riesig war das Interesse der Forster, als am Dienstagabend erstmals die fünf Bürgermeisterkandidaten bei einer Diskussionsrunde zusammen kamen.
Riesig war das Interesse der Forster, als am Dienstagabend erstmals die fünf Bürgermeisterkandidaten bei einer Diskussionsrunde zusammen kamen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst „. Beim Forum der FDP zeichneten sich die Bürgermeister-Anwärter durch Sachlichkeit aus. Von Katrin Kunipatz

Wer soll unser wunderschönes Forschte regieren?“ Jeff Staudacher, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes, spricht aus, weshalb viele Forster der Einladung der FDP gefolgt sind. Brechend voll ist das „Rosenflair“ am Dienstagabend. Fast 200 Menschen dürften es sein, von denen einige die über zwei Stunden dauernde Diskussionsrunde im Stehen verfolgen.

Staudacher gibt Themen vor, zu denen die Kandidaten nacheinander ihre Positionen darlegen. Simone Taubenek, Thomas Engwicht, Ingo Paeschke (Die Linke), Helge Bayer (CDU) und Aimo Bartel antworten ruhig und besonnen. Wer auf einen Disput über die besten Lösungen für Forst hoffte, wird an diesem Abend enttäuscht.

Eine wichtige Frage stellt ein jungen Mann aus dem Publikum: „Werden Sie die acht Jahre Amtszeit durchhalten?“ Übereinstimmend erklären alle fünf Kandidaten „top fit“ zu sein. Thomas Engwicht, mit 39 Jahren der Jüngste in der Runde, erklärt: „Ich bin es gewohnt, viel und hart zu arbeiten.“ Er habe vier Kinder und halte einiges aus. Der 56-jährige Ingo Paeschke bekräftigt, die acht Jahre machen zu wollen. Danach sei Schluss. Polizeidirektorin Simone Taubenek (52) verweist auf einen Sportleistungstest, den sie jährlich ablegen müsse. Außerdem verfüge sie über Kommunikationsfähigkeit, Verwaltungserfahrung und trage Personalverantwortung für 1400 Leute. Helge Bayer sagt: „Arbeit ist mein Ding.“ Der 49-Jährige führt an, täglich von 8 bis 18.30 Uhr zu arbeiten. „Mein Motto lautet: machen“, sagt Aimo Bartel (55). Er verweist auf fünf Jahre Erfolg beim „Johannes Gaudium“.

Bei der Analyse der Probleme in Forst stimmen alle Kandidaten überein: Die Stadt brauche mehr Arbeitsplätze und Wirtschaftsunternehmen. Menschen müssten in der Stadt bleiben oder sogar nach Forst ziehen. Die Ideen, wie das gelingen kann, sind verschieden. Aimo Bartel beschränkt sich darauf festzustellen, dass Industrieansiedlungen kommen müssen und Forst den Zuzug Jüngerer braucht. Helge Bayer will in seiner Amtszeit die Familie in den Vordergrund stellen und Forst zu einer Stadt machen, die für ihre Bürger da ist. Firmenansiedlungen würden nur möglich, wenn es Forst gelänge, seine Standortvorteile – die ländliche Gegend, die Nähe zur Cottbus, Dresden und Berlin und vor allem die gut ausgebildeten Kinder – auszuspielen. Vorbild sind für ihn Dresden und Potsdam, Städte denen es mit ihrer Schönheit und den Freizeitangeboten gelungen sei, Menschen und Firmen anzuziehen.

Simone Taubenek mahnt an, dass Forst nie das Potenzial einer Großstadt haben werde. Punkten müsse Forst mit günstigen Angeboten für Wohnraum und der noch einzurichtenden schnellen Bahnverbindung nach Berlin. In Zusammenarbeit mit der BTU könnten Ideen für die leeren Villen und Fabriken entwickelt werden. Voraussetzung dafür sei die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsvorständen, Verwaltung und Stadtverordneten, so Taubenek. Damit es in Forst vorwärts geht, sei aber auch die Hilfe der Landes- und Bundesregierung nötig.

Langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik zeichnet Ingo Paeschke aus. Als Kandidat der Linken hofft er in der Position als Bürgermeister, Dinge umzusetzen, für die sich seine Partei seit Jahren einsetze und nennt als Beispiel die „vernünftige“ Bebauung der Innenstadt. Den Bürgermeister sieht Paeschke als ersten Wirtschaftsförderer der Stadt. Er müsse klar machen, warum es sich – eine vernünftige Verkehrsanbindung vorausgesetzt – lohnt in Forst zu leben und woanders zu arbeiten.

Für Unternehmer Thomas Engwicht ist klar, dass ein Großbetrieb eine Illusion bleiben wird. Vielmehr müsse Forst selbst Impulse setzen und sich gegenüber Potsdam als handlungsfähig darstellen. Ansätze sieht er bei der Entwicklung der Innenstadt und den Aktivitäten des Gewerbevereins. Statt auf die Unternehmen zu warten, sollte die Stabsstelle Wirtschaftsförderung aktiv auf Firmen zugehen und die Standortvorteile von Forst deutlich machen.

Ein klarer Favorit lässt sich nach der ersten Gesprächsrunde im direkten Vergleich nicht ausmachen. Aber die Anwesenden haben einen ersten Eindruck von den Kandidaten gewonnen.