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| 19:12 Uhr

Ausstellung
Einmal im Leben Königin sein

Die erste Rosenkönigin Cathleen Melde und die derzeit amtierende Jessica Schmidt I.
Die erste Rosenkönigin Cathleen Melde und die derzeit amtierende Jessica Schmidt I. FOTO: Margit Jahn
Forst. In Forst ist das seit 30 Jahren möglich. Zum  Jubiläum gibt es im Brandenburgischen Textilmuseum eine Sonderausstellung. Zur Eröffnung von „Majestätische Zeitreise“ waren am Donnerstag zwölf Rosenköniginnen anwesend. Von Margit Jahn

Geschäftiges Wuseln, ein Küsschen hier, eine Umarmung dort: Die Wiedersehensfreude stand den Ex-Rosenköniginnen und der amtierenden Rosenkönigin Jessica I. ins Gesicht geschrieben. Kein Platz blieb frei vor der Bühne, als mit „I got rhythm“ von George Gerswin das „Novo Quartett“ des Cottbuser Konservatoriums die passende sommerlich-beschwingte Melodie anstimmte. Die Rosenkönigin gehöre inzwischen zur Stadt Forst wie der Radsport, die „Schwarze Jule“ oder Graf Brühl, betonte Museumsleiterin Michaela Zuber. Mitunter sei die Rosenkönigin auch „das Einzige, was Fremde von der Stadt Forst kennen“. Sie  freute sich auf die Ausstellung der Kleider, die „sonst auf dem Magazin des Dachbodens schlummern“ und nun wieder im prachtvollen Mittelpunkt stehen.

Mit Anekdoten konnte Hans-Rainer Engwicht dienen. Der Gartenbauingenieur ist Vorsitzender des Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten, der eine neue Symbolfigur für Forst schuf. Bei einer Weihnachtsfeier wurde mit dem damaligen Bürgermeister Werner Knobe überlegt, was man zum 75. Rosengartenjubiläum machen solle. Die Idee: „Wählen wir mal eine Rosenkönigin!“ Es war 1988. „Gorbatschow-Zeit“. Zeit des Umbruchs. Wenige Tage später kam aus dem Rathaus grünes Licht. Zwei Damen standen damals in der engeren Auswahl; Cathleen Melde wurde zur esten Forster Rosenkönigin gewählt. Das Erscheinungsbild, das fachliche Wissen, aber auch das Wissen um die Heimatstadt waren die ausschlaggebenden Kriterien, die auch heute noch gelten.

Stolz ist Engwicht „dass die Tradition so lange gehalten hat“ – und noch hält. In wenigen Tagen wird die 28. Rosenkönigin feierlich im Rosengarten gekürt. Alle anwesenden Rosenköniginnen lud Engwicht anschließend zu einem kleinen Empfang in den Pavillon „Genuss & Kunst“ ein.

Cathleen Melde, die erste Rosenkönigin, und Jessica Schmidt, die amtierende Rosenkönigin, boten  einen unterhaltsamen Abriss zu allen 27 bisherigen Königinnen und deren Höhepunkte im jeweiligen Krönungsjahr.

Cathleen Melde war beispielsweise bei ihrem ersten Auftritt erst 17 Jahre jung. Sie selbst war von dem Vorschlag, sich zur Wahl zu stellen, damals gar nicht so begeistert. Aber ihre Eltern haben gesagt: „Höre es dir doch erst einmal an...“ Am Ende wurde sie eine strahlende erste Forster Rosenkönigin. Ihr Kleid wurde auch gleich für ihre Nachfolgerin, die damals 16-jährige Sylvia Urban, benutzt. Sie „hatte die gleichen Maße“. Schmunzeln mussten die Zuhörer, als Cathleen von einer verwegenen Idee erzählte. Beim damaligen Auftritt der Geschwister Weisheit sollte sie mit aufs Hochseil und von dort ihr Kleid vor der Neuwahl abwerfen. Das lehnte sie entsetzt ab.

Viele Auftritte hatten die Forster Damen, und sie vertraten würdevoll ihre Heimatstadt. Ermöglicht wurde diese charmante Form der repräsentation und Werbung von zahlreichen Sponsoren und Unterstützern.

Besonderer Dank aber galt Donnerstag einer Frau: „Königinnenmutter“ wird Stadtverwaltungsmitarbeiterin Angela Stadach liebevoll betitelt. Seit 1995 begleitet sie alle Königinnen und war stets an ihrer Seite. Bei den Majestäten hat sie ein Stein im Brett: „Eine Forster Rosenkönigin fühlt sich nie allein“, diese Botschaft könnten alle unterschreiben. Angela Stadach war gerührt: „Ich muss gleich heulen.“

„Libertango“ von Piazzolla war dann das letzte Musikstück der jungen Musiker, bevor die Ausstellung in den oberen Räumen eröffnet wurde. Dort konnten die Kleider der 27 Königinnen bewundert werden, aber auch Fotos und Zeitungsartikel von und über die jeweilige Königin. Nicole Merschink, die 2012/2013 Rosenkönigin war,  stand vor ihrem wunderschönen terra-cremefarbenen Kleid und sagte: „Ich würde da noch reinpassen.“ Charmant wie eh und je plauderte sie mit den Gästen und beantwortete Fragen. Wie die anderen ehemaligen Repräsentantinnen im übrigen Ausstellungsraum auch.

In der Ausstellung sind auch die Kleider der Rosenköniginnen sehen.
In der Ausstellung sind auch die Kleider der Rosenköniginnen sehen. FOTO: Margit Jahn