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| 17:27 Uhr

Bürgermeisterwahl
Von Begegnungsstätte bis Gehwege

Stellten den Bürgermeisterkandidaten engagiert Fragen: die Senioren um den Ortsgruppenleiter der Volkssolidarität, Roland König (l.) in der Gaststätte „Rosenflair“.
Stellten den Bürgermeisterkandidaten engagiert Fragen: die Senioren um den Ortsgruppenleiter der Volkssolidarität, Roland König (l.) in der Gaststätte „Rosenflair“. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Die Forster Bürgermeisterkandidaten wurden in der Gaststätte „Rosenflair“ von der Volkssolidarität ausgefragt. Von Steffi Ludwig

Es war ein weiteres Forum, in dem sich alle fünf Forster Bürgermeisterkandidaten präsentierten, und das zweite, das sich nach dem Seniorenbeirat gezielt an die älteren Forster wendete. Die Volkssolidarität hatte eingeladen.

Und es gab viele Fragen und Anregungen, besonders von Ortsgruppenleiter Roland König. Denn ein Thema betrifft sie aktuell ganz persönlich: Die Begegnungsstätte der Volkssolidarität im Block Am Keuneschen Graben muss im September schließen, da das Haus im Oktober abgerissen wird. Der Wohnblock steht wegen seines hohen Leerstands im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek). Noch 2016 war das „Schmuckkästchen“ der Senioren renoviert worden. Ein Alternativangebot habe es bisher noch nicht gegeben.

„Uns fehlt in Forst ein großes Haus der Generationen – wir hätten auch viele ehemalige Lehrer oder Erzieherinnen, die sich um die Kinder kümmern könnten“, schlug Roland König vor. „Wir müssen einfach unsere Kräfte in Forst bündeln, auch was Kulturangebote oder Gaststätten angeht – hier werkeln viele noch alleine rum.“ Den Ball nahmen die Bürgermeisterkandidaten gern auf, auch wenn sie aus dem Stehgreif kein leer stehendes Objekt für die Volkssolidarität aus dem Hut zaubern können.

Ingo Paeschke (Linke) meinte, dass es sicher kein großes Problem sei, etwas zu finden angesichts des großen Leerstandes in Forst. Thomas Engwicht (parteilos) führte hinsichtlich der Kräftebündelung seinen Vorschlag an, ein Vereinsbüro einzurichten, in dem die Vereine ihren Bedarf anmelden können, und eine Person, die bei der Stadt angesiedelt sein könnte, dies koordiniere. Auch Helge Bayer (CDU) schloss sich diesem Vorschlag an, einen Ansprechpartner zu installieren. Eine zusätzliche Stelle zu schaffen, wäre unsinnig, da die Stadt sparen müsse, entgegnete Ingo Paeschke. Zielführend wäre seiner Ansicht nach, die Strukturen in der Stadtverwaltung zu ändern, um konkrete Ansprechpartner zu haben. Für Simone Taubenek (parteilos) ist das Problem in der Stadt die fehlende Kommunikation. Deshalb würde sie, wenn sie Bürgermeisterin werden sollte, auf regelmäßige Treffmöglichkeiten setzen und, wenn möglich, oft in Gruppen oder Vereine gehen, um sich deren Probleme anzuhören. Einen Bürgermeister zum Anfassen, wie damals Werner Knobe, wünscht sich auch Roland König. Aimo Bartel (parteilos) erklärt eines seiner Ziele: einen Bürgerstammtisch. Weiterhin schlägt er vor, im Kompetenzzentrum wegen einer Räumlichkeit zu fragen.

„Und das Ordnungsamt muss aktiver werden“, fordert König angesichts der Trinker vor dem Kaufland, weshalb wohl bereits einige Mieter aus dem Umkreis ausgezogen seien. Denn nach Feierabend und am Wochenende kümmere sich das Ordnungsamt nicht um die Sicherheit, meint er. Eine Seniorin bemängelte, dass die Zustände der Gehwege immer schlechter würden und sie es mit ihrem Rollator oder Scooter immer schwerer habe. Eine andere kritisierte die schlechten Einkaufsmöglichkeiten für die älteren Bürger in Noßdorf. Aber nicht alles konnten die Kandidaten aufgrund der zeitlichen Festlegung erörtern.