| 18:08 Uhr

Die bunten Wesen von Sacro

Der sechsjährige Clemens aus Forst ist einer der Clowns und nicht im Geringsten kamerascheu.
Der sechsjährige Clemens aus Forst ist einer der Clowns und nicht im Geringsten kamerascheu. FOTO: Daniel Schauff
Sacro. Clown Enrico pfeift laut in seine Trillerpfeife. "Ich bin der Chef hier", erklärt er. Der Chef trägt rote Clownsnase, eine Perücke und knallbunte Klamotten. Clemens, mit seinen sechs Jahren noch einen guten Kopf kleiner als Enrico, hat seinen Chef noch nicht als solchen erkannt, drängt sich ins Foto und winkt besonders kräftig. Najib richtet derweil noch Perücke und Nase, dann stößt auch er zum Fotomotiv hinzu. Daniel Schauff

Die drei Clowns gehören zu den insgesamt 76 Kindern, die in diesem Ferienjahr an der Kulturkirche Sacro eine große Zirkusvorstellung proben. Am Freitag um 16 Uhr geht es los, mit bis zu 300 Zuschauern kann man laut Evangelischem Kirchenkreis Cottbus dann schon rechnen. Der Kirchenkreis - vielmehr die Kreisbeauftragte "Kirche mit Kindern und Familien" Manuela Trummer, macht Enrico auf der Chef-Position mächtig Konkurrenz. Sie steckt hinter dem "Euloer Kinderzirkus (Eukizi)", der mittlerweile sein jährliches Domizil in Sacro gefunden hat. Neben den 76 Kindern im Alter von fünf bis 13 Jahren nehmen in diesem Jahr 13 jugendliche Begleitpersonen sowie 19 Erwachsene am Projekt teil. Die Sprachen, die die Kinder sprechen, sind unterschiedlich - rund um die Kirche mischen sich deutsche und arabische Stimmen in die Zirkusmusik.

Seit Sonntagabend läuft das Projekt - seit Montag die Übungen für die Aufführung. In nur einer Woche lernen die Teilnehmer Einradfahren, Balancieren, Seiltanzen, Stelzenlauf und Clownerie. Einige Mutige legen sich sogar unter ein Nagelbrett, nachdem sie sich für die Fakire-Gruppe entschieden haben.

Der Kinderzirkus ist vor einigen Jahren aus einer Ferienwoche hervorgegangen, hatte Manuela Trummer vor einer Weile erzählt. Mittlerweile findet er zum 18. Mal statt, die Teilnehmerzahlen waren in den vergangenen Jahren konstant.

Während eine Handvoll Stelzenläufer-Riesen gekonnt über das Gelände schreitet, erklärt Clemens noch, dass er in Clownsschau am Freitag (16 Uhr an der Kulturkirche Sacro) im Eimer stecken bleiben wird. Mehr verrät er noch nicht - schließlich soll sein Auftritt noch ein paar Lacher beim Publikum hervorkitzeln. Clemens selbst muss an dem Gedanken an seinen großen Auftritt jedenfalls schon einmal herzlich lachen.