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| 16:57 Uhr

Treffen der Mittelalterfans
Die Brettchenweberin mit Schwert

Louis (l.) träumt schon lange davon, einmal ein Schwertkampf ..richtig zu erlernen, Peter von Kalben ist sein Mentor.
Louis (l.) träumt schon lange davon, einmal ein Schwertkampf ..richtig zu erlernen, Peter von Kalben ist sein Mentor. FOTO: Margit Jahn
Peitz/Forst. Zweiter Niederlausitzer Heerbann im Erlebnisszentrum für mittelalterliche Lebensart. Von Margit Jahn

Seit einigen Jahren haben sich inzwischen die Mittelalterfreunde aus der Lausitz und darüber hinaus zusammengefunden, um miteinander zu lagern, zu feiern und sich auszutauschen. Den Anfang machte am Freitag das Gewandungstreffen auf dem Hof vom Wikingers Hjalti und dessen Frau Ananda – der Schamanin.

Auf dem Gelände des ehemaligen Försterhauses kurz vor Peitz erwartete die Besucher eine gesellige Plauderrunde und kulinarische Köstlichkeiten – wie es im Mittelalter Brauch war. In langen Holzschalen wurde Gemüse, Zwiebelschmand und Hirsebrei angeboten. Wer es deftiger mochte, für den gab es kräftige Fleischbällchen aus einem großen Kessel über dem Feuer. Wegen des lang ersehnten Regens flackerte das Feuer in einer großen Wanne, die in der Scheune Platz fand. Wer am Abend dazu kam, wurde vom Duft frisch geräucherter Forellen empfangen. Diese Art des Gewandungstreffens findet drei- bis fünfmal im Jahr an wechselnden Örtlichkeiten rund um Forst statt. Es wird am Feuer gesessen und geplaudert, aber auch Wünsche und Ideen für künftige Veranstaltungen beraten. Übernachtet wurde diesmal im eigenen Zelt oder einem der vielen Betten des Forsthauses.

Auf das Gewandungstreffen folgte am Sonnabend der 2. Niederlausitzer Heerbann. Hier wurden verschiedene mittelalterliche Kurse angeboten. Der Heerbann war früher das Treff aller kriegsdiensttauglichen waffenfähigen freien Grundbesitzer vor einem Reichskrieg. Dementsprechend gab es das Angebot sich im Kampf zu erproben und Anleitung für den Schwertkampf zu bekommen. Derweil konnten die Frauen Kurse in der Brettchenweberei besuchen oder sich mit dem Schuhmacher austauschen. Am Mittag wurde gemeinsam eine große Gemüsebrühe mit Fleischeinlage vorbereitet und im großen Kessel über dem Feuer gekocht.

Angela Günther aus Lauta, genannt „Ela“ kam durch die Verbindung der Bibersteiner Vasallen zu Gewandungstreffen und Heerbann. Seit zehn Jahren ist sie auf Mittelaltermärkten unterwegs. Zuerst nur als Besucher ist inzwischen auch ihr Mann der Begeisterung fürs Mittelalter verfallen. Der Brettchenweberei hat sich Ela vor zwei Jahren angenommen. In Peitz erklärt sie Besuchern gern, wie es funktioniert. Ihr Mann hat das Gestell selbst gebaut. Zur Anschauung kann eine Seite geöffnet werden und die Interessierten erhalten einen Einblick, wie die vielen Fäden angelegt sind.

Neben der Weberei interessiert sich Ela für Kampfdarstellung und erhielt von Peter von Kalben ihre ersten Unterweisungen mit dem Schwert. Peter Meinecke alias „Peter von Kalben“ war zum Heerbann gereist, um sich über Kampftechniken auszutauschen. Er gehört zum Altmaerkischen Lehensaufgebot aus Kalbe. „Sie hat es gut gemacht und meine Hinweise gut umgesetzt“, war sein Resümee. Peter war das erste Mal auf dem Hof des Wikingers Hjalti und fühlte sich sehr wohl unter den Gleichgesinnten. Einen kleinen Ausschnitt an Angriff, Verteidigung und Körperbewegung konnte er vermitteln. „Ich gebe mein Wissen gern weiter, habe ich doch selbst am Anfang viel Unterstützung erfahren“, sagt der erfahrene Kämpfer. Seit 2002 betreibt Peter von Kalben mittelalterlichen Schwertkampf. Als er in die Mittelalterszene kam, wollte er einen Ritter darstellen und kämpfen lernen. Seine erste Schlacht fand 2006 auf der Brandenburg statt. Zum Verein es Kampfausbilders gehören sieben Personen, die als Reiselager und der Heeresfolge auf verschiedene Veranstaltungen zu erleben sind. Aber am Sonnabend stand der Schwerkampf im Mittelpunkt. Das Waldgelände bot viel Platz, um unter fachlicher Anleitung den richtigen Umgang mit dem Schwert zu erlernen. Beim Lagerfeuer und einem gemeinsamen Mal ließen die Teilnehmer den Tag Revue passieren.