ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:15 Uhr

Die alte „Lange Brücke“

Forst.. Die Neiße, ihre Quelle liegt im Isergebirge, durchfließt Böhmen, Sachsen, Schlesien und berührt auch die Stadt Forst. Hans-Joachim Schulz

Bis 1922 war die alte „Lange Brücke“ über die Neiße zum Dorf Berge und nach dessen Eingemeindung 1897 zum neuen Stadtteil Forst-Berge ein Bauwerk aus Holz. Sie bestand aus zwei Teilen, der Neißebrücke und der so genannten Flutbrücke, die sich auf der Bergschen Seite über eine dort vorhandene Flutmulde erstreckte. Die Länge der hölzernen Neißebrücke betrug 100,55 Meter und die Breite 5,75 Meter. Mit der Flutbrücke zusammen betrug ihre Gesamtlänge 144 Meter. Beide Brücken waren durch eine 351,2 Meter breite Landzunge getrennt.
Die sich auf der Bergschen Seite anschließende, so genannte Flutbrücke, eine einfache Balkenbrücke mit massiven 1,44 Meter breiten Pfeilern und vier Öffnungen von 8,30 Meter Breite, war 13,30 Meter lang, die nur bei großen Hochwasser die Wassermassen abführte. 1888 bis 1889 wurden beide Brücken flussabwärts um 2,5 Meter verbreitert.
Nach einem Brand wurde im Jahr 1810 die beschriebene alte „Lange Brücke“ wiederum aus Holz neu errichtet. Noch nicht eindeutig konnte bisher nachgewiesen werden, dass sie der damalige Standesherr Graf von Brühl errichten ließ. Graf von Brühl übergab die „Lange Brücke“ am 1. Januar 1863 an die Forster Kreisstände. Ab April 1897 ging die Lange Brücke in die Unterhaltung der Stadt Forst über. Noch bis zum 1. Januar 1875 wurde für jeden Benutzer der „Langen Brücke“ ein Brückenzoll erhoben.
Für den sich ständig erweiternden Verkehr war die alte Brücke längst unzureichend geworden, und so entschloss sich die Stadt Forst im Jahr 1921 zum Neubau einer 170 Meter langen Brücke aus Stampfbeton, für deren Bau insgesamt 394 Waggons der Eisenbahn für Geräte, Gerüste und Baumaterialien im Gesamtgewicht von 5731 Tonnen benötigt wurden.