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Der Wernersteg ist Geschichte

Mit einem Großkran wurde die Holzkonstruktion des Wernerstegs auf den Stadtring gehoben. Foto: Ronald Ufer
Mit einem Großkran wurde die Holzkonstruktion des Wernerstegs auf den Stadtring gehoben. Foto: Ronald Ufer FOTO: Ronald Ufer
Cottbus. Bauarbeiter haben mit schwerer Technik die Holzbrücke am Energiestadion abgerissen. Für die Arbeiten war zum Teil artistisches Können nötig. Nur wenige Cottbuser verfolgten das schrittweise Verschwinden des markanten Bauwerks. Von Ronald Ufer

Bei Sonnenschein liefen die Arbeiten zügiger als erwartet. Schrittweise wurde die Holzkonstruktion mit der Motorsäge zerteilt und von einem riesigen Kran auf den Stadtring gehievt, wo größere Teile dann nochmals zerkleinert und verladen wurden.

Der einzig dramatische Augenblick war der abschließende Schnitt durch den zweiten Brückenbogen. Als die Motorsäge das Holz durchtrennt hatte, ertönte ein lauter Knall und durch die gesamte Konstruktion ging ein spürbarer Ruck. Die starken Zugbelastungen, die der Bogen aufgenommen hatte, waren schlagartig freigesetzt worden.

Mit dem Regen am Nachmittag wurde das Arbeiten schwieriger, das Balancieren auf den rutschigen Balken gefährlicher. Doch jahrelange Übung und Sicherheitsleinen schützten vor Unfällen auf dem letzten Brückendrittel.

"Es war der letzte mögliche Termin", erläuterte Bauleiter Helmut Domula das späte Datum. "Es ging nur am Wochenende. Heimspiele von Energie Cottbus und Großveranstaltungen in der Messe blockierten weitere Möglichkeiten. Zudem ist ein Großkran nötig, von denen es nur wenige gibt. Unser Gerät musste aus Leuna herangeholt werden."

Mit Wehmut blickte der Bauleiter auf den Abriss. "Die Brücke ist nicht alt. Die komplizierte Konstruktion und ständige Nässe haben wohl zum frühen Ende geführt. Das Holz konnte nicht trocknen, faulte. Die Knotenpunkte, an denen die Belastungen anliegen, und Teile des Mittelstegs sind nicht mehr sicher", sagte er.

Die Brücke war 1995 zur Bundesgartenschau im Auftrag der Buga-Gesellschaft errichtet worden. Bereits beim Bau der Holzkonstruktion sind einem Gutachten zufolge erhebliche Fehler gemacht worden. Die Stadt hatte das Bauwerk im Jahr 2001 in ihre Obhut genommen.