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Der Vermieter hat das letzte Wort

Forst. Wolfgang Herrmann fühlt sich bedrängt und in seiner Persönlichkeit von Mitarbeitern der Forster Wohnungsbaugesellschaft (FWG) diskriminiert. Das erklärte er vor wenigen Tagen am Lesertelefon der RUNDSCHAU. des

Der Anlass, der Herrn Herrmann und einen Mitarbeiter der FWG auf Kollisionskurs geraten ließ, ist ein trauriger. Wolfgang Herrmanns Mutter ist gestorben und er steht nun in der Pflicht, die Mietwohnung der Mutter in der Forster Mühlenstraße aufzulösen und das Vertragsverhältnis mit der FWG zu beenden.

Drei Monate beträgt die Kündigungsfrist. Für diese Zeit sollen weiter Miete und Betriebskosten gezahlt werden. Wolfgang Herrmann möchte diese Kosten reduzieren. Er hat sich deshalb um mögliche Nachmieter gekümmert. Und er ist fündig geworden. Zwei Interessenten meldeten sich auf eine Anzeige, zwei auf eine Internetofferte. "Doch die FWG hat mir untersagt, Nachmieter zu bringen. Das kann doch nicht sein, oder?", fragt Herrmann und ist verärgert über das Verhalten des Großvermieters.

Ulrich Winkler, Prokurist der FWG, bekräftigt die Position des Unternehmens. "Wir brauchen diese Wohnung für Umsetzer aus anderen Wohnungen in unserem Bestand, die freigezogen werden müssen", erklärt er. Die Wohnungsvergabe an Mietinteressenten entscheide immer das Unternehmen, ergänzt er. Im Fall Herrmann habe sich die FWG sogar kulant gezeigt und angeboten, die Wohnung schneller als nach drei Monaten zurückzunehmen, wenn sie übergabegerecht hergerichtet sei, erklärt Winkler.

"Die Position des Unternehmens ist rechtlich nicht zu beanstanden", bestätigt Detlef H. Neumann, Vorsitzender des Mietervereins Forst. "Der Großvermieter kann Mietinteressenten ablehnen, die der Vormieter vorschlägt", sagt er. Schon die vage Aussicht darauf, das Vertragsverhältnis nicht erst nach drei Monaten, sondern eher zu beenden, sei ein "sehr großes Entgegenkommen" des Vermieters. Auch wenn das der Sohn der Mieterin so nicht empfinde.