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Der Trend geht hin zum Regionalen

Alle Hände voll zu tun: Chefin Sylke Köhler (l.) und Mitarbeiterin Silke Lappe von der Gärtnerei Köhler.
Alle Hände voll zu tun: Chefin Sylke Köhler (l.) und Mitarbeiterin Silke Lappe von der Gärtnerei Köhler. FOTO: Landes
Forst. Hunderte Forster haben den Frühlingsmarkt um die Stadtkirche am Freitagmorgen im Sturm erobert. Sie fanden viel Gefallen an den regionalen Produkten und genossen die Gespräche mit Händlern. Es gab viel Lob für die Organisatoren. Hartmut Landes

Stiefmütterchen aus Forst auf der einen, Spargel aus Preschen auf der anderen Seite. Zwiebelpfanne hier, Spreewaldgurken da. Handwerkliche Holzprodukte aus Vetschau gleich neben Filzerei und Keramik. Und dazu strahlender Sonnenschein. Der Forster Frühlingsmarkt um die Stadtkirche St. Nikolai hat gehalten, was er versprochen hat. Er fand dank eines attraktiven Angebots und auch bedingt durch bestes Frühlingswetter regen Zuspruch. 44 Händler, die meisten aus dem Spree-Neiße-Kreis und Cottbus, waren gekommen. Sie boten zumeist regionale Produkte und freuten sich auf interessante Plaudereien mit den Marktbesuchern.

"So ein freundliches Gespräch ist wichtig. Das macht so einen Bummel auf dem Markt doch erst zu etwas Besonderem", sagt Juliane Beyer. Ihr gehört in Bohrau die "Werkstatt über-Leben", in der sie Filzerei, Schmuck und Dekor fertigt.

Ähnlich sieht das Arnhold Klär. Er kam mit seinen Holzprodukten aus dem Spreewald nach Forst. Und er hatte nicht nur jede Menge Holz, sondern ebenso viele gute Gesundheitsratschläge für seine Standbesucher dabei. "Das ist ein Markt, der Spaß macht. Ich bin gern nach Forst gekommen", meinte Klär. Das sahen viele Besucher ähnlich. Endlich mal wieder ein Markttag, der diesen Namen auch verdiene, hieß es vielfach.

Dazu trugen auch jene Angebote der Verwaltung bei, die über die Verkaufsstände hinaus gingen. So beispielsweise das kleine Streichelgehege mit den Ziegen. "Mehrere Kindergartengruppen waren schon da und haben sich an den Tieren erfreut", sagte Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich. Sie verwies auch auf das Angebot auf einer Fläche hinter der Kirche. Dort waren Bürger zum Boule-Spiel eingeladen. Die Anlage wurde schnell zum internationalen Treffpunkt, wo Forster Senioren mit Asylbewerbern ins Gespräch kamen.

Immer wieder wurde von Marktbesuchern der Stand von Spreewaldkoch Peter Franke angesteuert. Seine Wildkräuterküche und seine Experimentierfreude machten neugierig. Einen Strauß "Unkräuter" aus dem eigenen Garten hatte Barbara Tauchert dem Spreewaldkoch mitgebracht. "Es hieß doch, wir können Kräuter aus dem eigenen Garten mitbringen", erklärte sie. Und da sie den Koch aus dem Fernsehen und von seinen Auftritten im Rosengarten kenne und schätze, nutze sie nun diese Gelegenheit für ein Wiedersehen.

Franke tischte nicht nur für diese Besucherin Ungewöhnliches auf. Im Waffeleisen wurden Waffeln mit Brennnesseln, Gänseblümchen und Giersch gebacken. Zudem wurde Kräuter-Smoothy gereicht. Wem das zu viel der Kräuter waren, der konnte auch Traditionelles wählen.