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Der Tag, an dem der Geschützdonner verstummte

Jürgen Buder, Andreas Müller, Rudi Krüger und Wolfgang Grätz (v. l.) ordnen die Leihgaben Groß Kölziger Bürger.
Jürgen Buder, Andreas Müller, Rudi Krüger und Wolfgang Grätz (v. l.) ordnen die Leihgaben Groß Kölziger Bürger. FOTO: aha1
Groß Kölzig. Nach knapp einjähriger Vorbereitungszeit stehen die Groß Kölziger Heimatfreunde vorm Start der Veranstaltungsreihe "Groß Kölzig und Umgebung am Ende des Zweiten Weltkrieges". aha1

70 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges in ihrer Heimatregion haben die Freizeithistoriker, die im August auf das 15-jährige Bestehen der Gruppe zurückblicken können, nun mit nahezu wissenschaftlichem Anspruch "die schrecklichsten Tage der Groß Kölziger Geschichte" beleuchtet, dabei auch zahlreiche Kriegskinder im Ort nach ihren Erinnerungen befragt. Zahlreiche Einwohner trennten sichvon ganz persönlichen Erinnerungsstücken. Schwere und verlustreiche Kämpfe zwischen deutscher Wehrmacht und roter Armee tobten bereits in den Vormittagsstunden des 16. April 1945 um Groß Kölzig. "Was damals geschah, darf nie vergessen werden", sagte Wolfgang Grätz, der Kopf der Arbeitsgruppe. Am Freitag, 17. April, an dem Tag, an dem sieben Jahrzehnte zuvor Hunderte Menschen in und um Groß Kölzig ihr Leben verloren hatten und an dessen Abend die Waffen schwiegen, wird deshalb um 18 Uhr in der ehemaligen Schule am Groß Kölziger Dorfplatz 7 die erste Veranstaltung mit Vorträgen und historischem Bildmaterial stattfinden. Am Samstag, 18. April, kann man während einer Fuß- beziehungsweise Radwanderung mit fachkundigen Erläuterungen die wichtigsten Stätten des Kampfgeschehens im Ort kennenlernen.

An beiden Tagen haben die Besucher auch Gelegenheit, die Ausstellungen "Groß Kölzig am Ende des Krieges" und "Zu den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf Bewohner des Ortes" zu besichtigen. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich sogar einige, die erstmals gezeigt werden. Darunter ein russischer Kompass, den ein Groß Kölziger am 17. April 1945 nach dem Abzug der ersten russischen Angriffswelle in seiner Scheune fand sowie ein Ehrendolch der Deutschen Kriegsmarine. Im Rahmen der Geoparktage beteiligen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe "Heimatforscher und Heimatstube Groß Kölzig" am 17. Mai um 9.30 Uhr an der Alten Ziegelei Klein Kölzig mit einer geführten Wanderung, die zu "Spuren des Krieges im Muskauer Faltenbogen" führt.