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| 01:06 Uhr

Der starke Niederschlag im vergangenen Jahr sorgte für grüne Wiesen und Wälder

Temperaturen von über 20 Grad Celsius lockten schon in der zweiten Märzhälfte die „Sonnenhungrigen“ in die Biergärten.
Temperaturen von über 20 Grad Celsius lockten schon in der zweiten Märzhälfte die „Sonnenhungrigen“ in die Biergärten. FOTO: Archivfoto: Mario Behnke
Spree-Neiße.. Mit fast fünf Grad ging das Jahr 2004 zu Ende, oder anders ausgedrückt, mit der gleichen Temperatur nahm das neue Wetter seinen Anfang. Die Aufzeichnungen verraten, dass dies Seltenheitswert hat. Rolf Müller

In diesem Jahrtausend trat das auf alle Fälle nicht auf und vordem auch recht spärlich. 2002 zum Beispiel hatte sich das Jahr immerhin mit minus 11 Grad verabschiedet.
Überhaupt, allen Unkenrufen zum Trotz, ein Kaltjahr war das Schaltjahr 2004 nicht. Etwaige Befürchtungen dieser Art blieben unbegründet. Im Gegenteil, insgesamt war das Jahr 2004 in unserer Heimat recht warm. Den Vogel im ersten Wintermonat des Jahres schossen dabei kurioser Weise die Weihnachtstage ab. Der erste Feiertag war mit 8,6 Grad gar der bisher wärmste Wintertag. Zum Leidwesen vieler gab es wieder einmal grüne Weihnachten. Bescheiden nehmen sich die zwei Eistage am 14. und 22. Dezember mit Tiefsttemperaturen bis zu minus zwei Grad aus. Hinzu kommen 11 Frosttage mit bis zu minus sechs Grad in der Nacht zum 22. 12., so dass der diesjährige Weihnachtsmonat in die Kategorie der wärmsten der letzten Jahre eingruppiert werden muss. Seine durchschnittlichen Temperaturen übertrafen Januar und Februar. Der Januar 2004 verhieß nichts Gutes. Er zählte zu den drei kältesten Januarmonaten seit langem. Bis auf 15 cm war die Schneedecke angewachsen. Bäume und Sträucher waren weiß dekoriert. Die Eisdecke vieler Gewässer eignete sich vorzüglich zum Schlittschuh laufen. Die Temperatur sank am 24. Januar bis auf minus 16,5 Grad.
Auf und ab ging es wettermäßig im Februar zu. Zu Beginn stieg das Quecksilber in die Höhe, erreichte fast 15 Grad. Vorfrühlingshaftes Aufbegehren wurde dann zum Ende des Monats hin wieder gestoppt. Nochmals überzog eine Schneedecke das Land. Im März schwankten die Temperaturen zwischen etwa zwei und 21 Grad gegen Ende des Monats. Allmählich erwachte die Natur. Es kam Farbe in das Land.
Wieder einmal war ein April zu trocken. Zwar war der launische Monat ziemlich warm, doch mit den etwa zwei Gießkannen Wasser auf den Quadratmeter verstärkten sich die Sorgenfalten der Landwirte. Starker Wind wirbelte zeitweilig die trockene Erde so stark auf, dass die Kraftfahrer auf den Straßen urplötzlich ein größeres Problem bekamen. Ein Sommertag war bis zum Ende des Monats noch nicht zu registrieren. Der Wonnemonat Mai leitete gewissermaßen eine Wetterwende des Jahres ein. Er blieb tatsächlich kühl und nass. So recht nach dem Geschmack der Bauern. Maiengrün zeigte sich überall in Wald und Flur. Auf den Wiesen erblühten farbenfroh die Wildblumen. Die Robinien lockten die emsigen Honigbienen an. Erste Pilze waren zu finden. Die Nadelgehölze zeigten ihre hellgrünen Triebe und Gerste und Roggen schoben ihre Ähren.
Der erste Sommermonat, der Juni, jagte uns einen Schrecken ein: Kein einziger Sonnentag mit strahlend blauem Himmel, nicht ein Tag mit wenigstens 25 Grad, und das 30 Tage lang! Gottlob regnete es regelmäßig. Das Wasserdefizit verkleinerte sich und in der Natur setzte sich das Wachstum kontinuierlich fort. Leider vermehrten sich ebenso die Schädlinge sehr stark. Blattläuse zum Beispiel traten in Unmengen auf. Erste Ende Juli gab es dann Anzeichen, dass der Sommer 2004 in die Gänge kommt. Acht Sommertage mit Temperaturen von wenigstens 25 Grad hatte er aufzuweisen. Es war der August, der die Wärmebilanz des Sommers schließlich nach oben korrigierte. Er fügte den bisherigen acht warmen Sommertagen von Juni/Juli nun noch 14 weitere hinzu. Der Niederschlag der Sommermonate 2004 sorgte für saftig grüne Wiesen durchsetzt mit bunten Wildblumen. Frisch wirkten die Wälder.
Erst um den 20. September kam in unserer Heimat Herbststimmung auf. Vorher gab spätsommerliches Wetter den Ton an. Wir hatten einen der wärmsten Septembermonate der letzten 20 Jahre. In den Wäldern leuchteten uns die wunderschön rot-weiß gepunkteten Fliegenpilze entgegen. Auf der Simmersdorfer Wiese blühte die in Brandenburg seltene Herbstzeitlose in ihrer lila-rosa farbigen Pracht. Es fiel weiter ausreichend Regen. Der Oktober bereitete uns mit seinem angenehmen Wetter viel Freude. Gegen Ende zu strebte er beinahe sommerliche Werte an. In der Nacht zum 12. des Monats gab es erst- und einmalig leichten Bodenfrost. Er hat keinen Schaden angerichtet.
Ein trister November folgte. Nicht ein einziger wolkenloser Tag sorgte für gute Laune. Regnerisches Grau dominierte. Das Jahressoll an Niederschlag war am Ende des Monats erfüllt.
Da auch der Dezember sein Scherflein an Regen beitrug, war 2004 mit knapp 10 % über den langjährigen Durchschnittswert wieder einmal ein niederschlagsreiches Jahr. Das Wasser wird unseren Wäldern gut tun.