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Der Stacheldrahtrose auf der Spur

Parkmanager Stefan Palm zeigt im Rosengarten Forst die Stacheldrahtrose mit ihren großen roten Stacheln, die derzeit jedoch nicht blüht.
Parkmanager Stefan Palm zeigt im Rosengarten Forst die Stacheldrahtrose mit ihren großen roten Stacheln, die derzeit jedoch nicht blüht. FOTO: Ludwig
Forst. Rund 30 000 Rosenstöcke blühen derzeit im Ostdeutschen Rosengarten Forst auf 17 Hektar um die Wette. Etwa 1000 verschiedene Sorten versprühen nicht nur diverse Düfte, sondern auch ein unterschiedliches Flair. Steffi Ludwig

Unter den Königinnen der Blumen sind auch einige ganz besondere botanische Kostbarkeiten, die Stefan Palm - seit zwei Jahren Parkmanager im Rosengarten - bei einem Rundgang zeigte.

Gleich am Besucher- und Ausstellungszentrum am Eingang steht die Stacheldrahtrose. "Ihren Namen hat sie von den übergroßen roten Stacheln", erklärt Stefan Palm und zeigt auf die Bewehrung der Stiele. "Allerdings blüht sie momentan nicht, sie ist eine der ganz zeitigen Rosen." Weiße einfache Blüten treibe sie im Frühjahr aus. Ein zweites Exemplar der Stacheldrahtrose steht an der Hauptachse.

Im Teschendorffgarten, links neben den Wasserspielen, blüht eine weitere Rarität - besungen in Liedern oder verewigt in Filmen: die Schwarze Rose oder botanisch die Norita-schwarze Rose. Sie ist eine Züchtung aus dem Jahr 1966. "Damals war es ein großes Thema bei den Züchtern, einen möglichst dunklen Knospenaustrieb hinzukriegen", berichtet der Parkmanager. Und tatsächlich: Die noch geschlossene Blüte ist fast schwarz, die offene Blüte dagegen in einem dunklen Rot gehalten.

Eher unscheinbar und fast gar nicht als Blüte zu erkennen ist die Grüne Rose, die am Unterstand hinter dem Edelrosenbeet an der Hauptachse wächst. Die grünen Blüten sehen blattähnlich aus und sind es auch laut Stefan Palm.

Viel intensiver in einem kräftigen Rot-Violett blüht die Heidi-Klum-Rose im Rosenpark. Das Model Heidi Klum habe die Rose aus mehreren Züchtungen selbst ausgewählt und dann getauft, berichtet Stefan Palm. 2006 sei die Rose in den Markt eingeführt worden und über die Züchter dann auch in Forst gelandet - etwa 30 Neuanschaffungen gibt es hier pro Jahr, rund zehn andere fallen weg, unter anderem weil sie nicht mehr so gesund sind.

"Der Name der Rosen spielt beim Verkauf eine sehr große Rolle", weiß der Parkmanager. Beispielsweise Politikernamen würden nicht mehr gern für Rosen vergeben - denn der Kaufanreiz sinke unter anderem, wenn sich die politischen Gegebenheiten änderten. Namen von Models wie Heidi Klum oder Laetitia Casta - auch diese steht im Rosengarten - würden dagegen noch gut funktionieren. Ebenfalls in Forst neben vielen anderen Namensrosen zu sehen: die Goethe-Rose oder die Roy-Black-Rose - Letztere ist nicht etwa schwarz, sondern weiß, getreu dem Roy-Black-Titel "Ganz in Weiß", schmunzelt Stefan Palm. Für die Beetrose mit dem Namen Stephanie Baronin zu Guttenberg hatten 2016 die Heimatfreunde des ehemaligen Sorauer Landes die Patenschaft übernommen.

Eine ganz frische Patenschaft gibt es für die honiggelbe Edelrose Sunny Sky. Als das ZDF-Morgenmagazin (Moma) Ende Juli im Forster Rosengarten drehte, übernahm es kurzerhand zum 25. Moma-Jubiläum die Patenschaft. Der Name passe hervorragend zum Wetter, sagte Rosenkönigin Jessica I. Und auf die Frage von Moderator Benjamin Stöwe, welche Verpflichtung das bedeute, meinte sie: "Regelmäßig gießen und die verwelkten Blüten abschneiden." Das Moma müsse nun öfter hier vorbeischauen.