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| 02:38 Uhr

Der Spielmacher schwärmt vom Team

Wolfgang Neubert
Wolfgang Neubert FOTO: mih
Cottbus. Mit einer der höchsten Auszeichnungen des Brandenburger Sports ist am Montag Wolfgang Neubert in Cottbus ausgezeichnet worden. Der Schulleiter der Lausitzer Sportschule und Präsident des Landessportbundes erhielt den "Sportadler". Dazu gab es zahlreiche Glückwünsche. Neubert feierte auch seinen 60. Geburtstag. Sven Hering

Eigentlich mache er sich nicht so viel aus dem großen Rummel. Und so gab er am Montag die Komplimente, die der Jubilar für seine zumeist ehrenamtliche Arbeit erntete, sofort zurück. "Meinen Kollegen und engen Mitstreitern ein ganz großes Dankeschön", sagte Neubert. "Wenn ich diese Leute nicht hätte, hätte ich auch nicht die Zeit, um die Ehrenämter auszuführen", betonte er.

Den "Sportadler" erhielt Neubert aus den Händen der LSB-Vizepräsidentin für Bildung Steffie Lamers. Lamers bezeichnete Neubert in ihrer Laudatio als "Spielmacher des brandenburgischen Sports", der trotz seiner vielfältigen Aufgaben "jederzeit anspielbereit" sei und mit "ungeheurer Ausdauer, Disziplin und Herzlichkeit" die Geschicke des Brandenburger Sports lenke.

Geboren am 17. März 1954 (dem Gründungsjahr der Lausitzer Sportschule und dem Jahr, in dem Deutschland erstmals Fußball-Weltmeister wurde) strebte Neubert in seiner Heimat im Erzgebirge erst einer hoffnungsvollen Karriere in der Nordischen Kombination entgegen. "Als 12-Jähriger bin ich 37 Meter weit von der Schanze gesprungen", erinnert er sich. Später entdeckte er sein Herz für den Fußball und bekam sogar ein Angebot von Wismut Aue. Doch Neubert entschied sich für Abitur und Studium, arbeitete als Lehrer in Cottbus, war Übungsleiter im Handball und Fußball. Nach Kreisturnrat und Schulsportkoordinator wurde er 1993 Schulleiter der 7. Sportbetonten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, der heutigen Lausitzer Sportschule. Die bekam unter seiner Führung zunächst den Titel "Eliteschule des Fußballs" verliehen. 2012 wurde sie "Beste Eliteschule des Sports" - die höchste Auszeichnung für Sportschulen in Deutschland.

Einmal stand er aber kurz davor, das Feld vorzeitig zu verlassen. Als sich Turner Ronny Ziesmer, ein Schüler der Sportschule, im Jahr 2004 die Halswirbelsäule brach, da stellte sich Neubert die Sinnfrage. "Da wollte ich alles hinschmeißen und aufhören", sagt er. Doch Ziesmer kämpfte sich zurück - trotz Handicap. "Was er geleistet hat, ist einfach phänomenal", sagt Neubert. "Dagegen sind wir manchmal Weicheier."