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| 18:37 Uhr

Forst
Rosengartenwalzer auf der Rolle

Forst. Premiere auf der Drehorgel: Ein neues altes Stück Musik schafft Forster Heimatgefühl. Von Margit Jahn

„Kennst du die Lausitzer Rosenstadt, die Perle im Märkischen Land. Die so liebliche Mädels hat, in aller Welt ist bekannt.“ So beginnt die erste Strophe des Rosengarten-Walzer der 1913 von Alfred Milarch zur Forster Rosen- und Gartenbauausstellung komponiert wurde. Am Mittwochabend drehte sich im Party-Gewächshaus der Familie Engwicht alles um das Lied. Vor dem Grundstück spielte Ingrid Ebert auf der Drehleier zwar noch „Berliner Luft“ zur Begrüßung. Dann erzählte sie aber den ungewöhnlichen Werdegang ihrer Idee.

Neben ihren bekannten Liedern, die sie gern auf ihrer Drehorgel spielt, wollte sie  gern den fast vergessenen Forster Rosengarten-Walzer spielen. Als „kleine Idee“ gab sie ihre Gedanken zaghaft bei Facebook an, und suchte Unterstützer. Anja Abendrot war die erste, die reagierte, und die Bitte um Unterstützung in der Forster Gruppe im Eilzugtempo verbreitete.

„Wer kennt ihn noch, und wer kann ihn singen?“ fragte sie die große Gruppe an den Tischen. Viele Hände gingen nach oben. Ihr, und auch dem ganzen Organisations-Team war es ein Bedürfnis „in Forst immer wieder daran zu erinnern, was wir früher für tolle Sachen gehabt haben“, sagte sie.  „Ich hätte das nicht gedacht, das aus einem Satz, den man ins Internet stellt, so eine große Sache wird“ sagte sie sehr gerührt.

Ingrid und Wilfried Ebert legten die neue Rolle mit dem Rosengartenwalzer ein.
Ingrid und Wilfried Ebert legten die neue Rolle mit dem Rosengartenwalzer ein. FOTO: Margit Jahn

Nachdem die ersten Geld-Spenden sogar an ihrer Tür abgegeben wurden, kam die Geschichte ins Laufen. 160 Euro an privaten Spendengeldern kamen so zusammen. Der Förderverein des Ostdeutschen Rosengartens beteiligte sich mit einer Spende, Kathleen Hubrich als Stadtteilmanagerin übernahm die Öffentlichkeitsarbeit. Die Summe der Spendengelder wird von der Stadt Forst verdoppelt. „Ich hoffe, es wird nicht zu viel für die Stadt“, rief Ingrid Ebert gut gelaunt in den Raum.

Für jede weitere Spende ist Ingrid Ebert dankbar, damit in naher Zukunft auch noch weitere Rosenlieder auf der Drehorgel erklingen. Als Dankeschön für das persönliche Engagement der fleißigen Unterstützer überreichte Ingrid Ebert eine symbolische kleine Walze als Gutschein, über den sie sich mit ihrer Musik gern bei den jeweiligen Partnern mit einem Auftritt revanchieren möchte.

Später hielt Ingrid Ebert stolz die kleine weiße Rolle in den Händen. Bevor die Melodie auf der Drehleier erklang, gab sie noch bekannt, das sie von zwei Stellen Noten bekommen hat. Vom Friedenshaus, von Heike Kopec´sowie von Manfred Gutsche. „Es gibt noch mehr geheime Forster Lieder“, verriet sie den Gästen. Die möchte sie vor dem Vergessen bewahren, und in Zukunft auf der Drehorgel, besondere gern im Rosengarten, ertönen lassen.

Nach der Erklärung, wie eine Drehorgel funktioniert, gab sie einen kleinen geschichtlichen Abriss. Die Besucher erfuhren, dass Drehorgeln früher ursprünglich für kleine Kirchen gebaut wurden, die sich keine große Orgel leisten konnten. Sie liebt ihr Instrument: „Hier kann ich alles sehen, anfassen und begreifen.“ Schummel-Drehorgeln , in denen eine CD abgespielt wird, sind ihr ein Graus. „Das ist nichts für mich, ich drehe so lange ich kann.“

Heike Kopec griff zum Akkordeon und stimmte zum Einsingen den Rosengarten Walzer an. Anschließend wurde die neue Rolle der Drehorgelliederstanzerei Winfried Klein eingeweiht und dann endlich zur Drehorgel gesungen. Der „Männertisch“, unter ihnen Rene Ohmann, Rene Müller, Enrico und Denny Lauksch sowie Steffen Landsberg, die aus Freude am Singen aber auch wegen dem „Gesamtpaket“ gekommen waren, schmetterten mit ihren kräftigen Bassstimmen die Strophen. „Weil wir Forster sind“, sagten sie auf die Frage, was sie an den alten Liedern interessiert. Alle Anwesenden waren begeistert von der gestandenen Sangesfreude der Männer. Sie treffen sich einmal im Monat  zum Singen –  und das Rosengarten Lied haben sie schon seit zwei Jahren in ihrem Repertoire. Ingrid Ebert, aber auch Hans-Rainer Engwicht als Gastgeber, sind am Ende über den imposanten Chor überglücklich, der da schunkelnd singt: „Du Forster Städtchen, du Rosenhain, du Forster Mädchen, mein Herz ist dein. Ihr beide seid mir der höchste Schatz, Ich hab auf der Erde keinen schön’ren Platz.“