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| 01:13 Uhr

Der Richtkranz flattert über dem Sacroer Kirchendach

Sacro.. Die ersten roten Ziegel lagen schon auf dem Dach, als Pfarrer Bodo Trummer den hölzernen Nagel mit 14 Schlägen im erneuerten Dachstuhl der Sacroer Kirche versenkte. Gut 50 Kubikmeter Holz mussten bisher ersetzt werden. Jürgen Scholz

Die letzte große Erneuerung des steilen Daches fand wahrscheinlich 1579 statt. Entsprechend entzückt waren die Denkmalpfleger und entsprechend aufwändig waren die Arbeiten. Ersetzt wurde nur, was ersetzt werden musste. Auch für Bauleiter Hartmut Bohn, dessen Firma auf die Restaurierung von alten Dächern und Fachwerk-Gebäuden spezialisiert ist, war das mittelalterliche Gebälk schon etwas besonders.
Bis zum 20. Dezember sollen das Gebälk auch innen fertiggestellt sei und die Dachdecker ihre Arbeit geleistet haben. Das zumindest ist das Ziel. Denn schon einen Tag später soll in der Kirche die nächste Runde der Sanierung beraten werden. Heizung, Deckengestaltung und Empore sind dann dran. Kostete das Dach schon mehr als 150 000 Euro, so wird für den nächsten Sanierungs-Abschritt mit noch einmal etwa 140 000 Euro gerechnet, erklärte Pfarrer Bodo Trummer.
Auf jeden Fall sei mit einer neuen Heizung auch eine weiter gehende Nutzung möglich, so Trummer. Für etwa 30 Ausstellungen wurde die Kirche bisher genutzt. Mit einer neuen Heizung wäre dies auch in den Wintermonaten möglich, ebenso wie Konzerte und Theaterauftritte.
Zukunftsmusik. Parallel zu den Handwerkern auf dem Dach arbeiten auch die Restaurateure. Durch die Arbeit von Anke Höchel ist man bereits auf alte Malereien und Schriftzüge gestoßen, die wahrscheinlich mindestens 300 Jahre alt sind. Ob sie einmal freigelegt werden, steht noch nicht fest. Sie sind „nicht so gut erhalten“ , dämpft Trummer allzu hohe Erwartungen. Man wolle aber nach dem Umbau vieles präsentieren, was man gefunden oder während der Arbeiten gesichert habe. Auf diese Weise kam auch heraus, dass die Kirche ursprünglich nicht verputzt war. Seitdem sind im Laufe der Jahrhunderte neun Schichten Putz oder Farbe dazugekommen.
Und vielleicht findet man noch Hinweise auf einen Vorgängerbau der Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Der Fußboden, der zurzeit größtenteils aus Beton besteht, soll aufgenommen und ersetzt werden. Maximal 20 Zentimeter tief will man gehen - sonst würden umfangreichere archäologische Begleitarbeiten nötig. Die wären mit geschätzten 16 000 Euro einfach zu teuer. Momentan laufen noch Überlegungen, welcher Bodenbelag den Raum künftig prägen soll. Zum Erntedankfest im kommenden Jahr könnte die Sacroer Kirche wieder genutzt werden - im besten Fall.
Die Kirchenbänke sollen erst später einmal durch flexibel einsetzbarere Stühle ersetzt werden - eine Kostenfrage. Für 200 Stühle dürfte die Rechnung auch sechsstellig sein. Das überfordert die Möglichkeiten der Kirchengemeinde erst einmal. Denn alle Fördermittelgeber verlangen auch Eigenmittel. Und schon der Dachstuhl wurde teurer als prognostiziert. Spenden sind deshalb immer willkommen.
Spenden für die Kirche: Konto 778800 bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft EDG, BLZ 10060237, RT 3176 „Kirche Sacro“ , Ev. Kirchenkreisverband NL.