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Der Papa Schlumpf aus Forst

Im Kreise der "Forster Orgelpfeifen" des Karnevalsvereins Forst-Sacro: Peter Riedel (3.v.l.) als Papa Schlumpf.
Im Kreise der "Forster Orgelpfeifen" des Karnevalsvereins Forst-Sacro: Peter Riedel (3.v.l.) als Papa Schlumpf. FOTO: Verein
Forst. Dass der Karneval momentan das Leben von Peter Riedel (65) bestimmt, ist auch äußerlich nicht zu verhehlen. Denn der Forster trägt anstelle des sonstigen Dreitagebartes Vollbart – das erfordert nun mal die Rolle des Papa Schlumpf, den er in dieser Session gibt. Steffi Ludwig

Denn er ist unter anderem das Oberhaupt der Formation "Die Orgelpfeifen" des Karnevalsvereins Forst-Sacro 1979 (KCS), einer Gruppe, die sich anfangs der "Rhythmusbegleitung von Musik" verschrieben hatte. "Inzwischen führen wir auch ein Programm auf - diesmal sind es die Schlümpfe", so Peter Riedel, der außerdem auch noch im Elferrat Mitglied ist.

Seine Hauptaufgabe seit Jahren ist jedoch die Ausstattung des Festsaales in Sacro - und des Festwagens, der seit Anfang der 90er-Jahre beim "Zug der fröhlichen Leute" in Cottbus dabei ist. Auch am frühen Sonntagvormittag wird sich Peter Riedel wieder mit einer Gruppe Forster Karnevalisten auf den Weg zum Parkplatz am Energie-Stadion machen - und das nach einer kurzen Nacht, da am Samstag die letzte Prunksitzung des KCS in dieser Saison stattfindet. Die vorher in Forst eingeladenen Utensilien wie Luftballons werden dann am Lastwagen, den der Verein von einem Spediteur bekam, drapiert. Nur eineinhalb Stunden bleiben Zeit, bevor es los geht. "Deshalb lassen wir die Gestaltung des Wagens mit der bemalten Verplankung bestehen, denn wir haben kein direktes Motto. Unser Motto ist der Verein", erzählt Peter Riedel. Deshalb zieren Bilder des KCS den Wagen, der an Stelle 57 des Umzuges fahren wird - also ziemlich weit hinten. "Wir waren aber auch schon Vorletzter", schmunzelt Riedel, der zudem als Streckenverantwortlicher fungiert, also zuständig für einen reibungslosen Fluss ist.

Er sei schon immer ein Freund des Karnevals gewesen, sagt der 65-Jährige, habe mit seiner Frau viele Veranstaltungen besucht. Aber erst ein gemeinsamer Urlaub mit dem damaligen KCS-Präsidenten Klaus-Dieter Seidel brachte die Idee für die Gaudi-Kapelle "Orgelpfeifen". Peter Riedel wurde Mitglied und übernahm Saal- und Wagendekoration, um Seidel zu entlasten. Seine Frau sei nicht begeistert gewesen, da er einer sei, der sich immer voll dahinterklemme. Zudem kenne er auch sonst das Wort Langeweile nicht: Zwar sei er inzwischen Rentner, helfe aber ab und zu noch als Ausbilder im Berufs- und Technologiezentrum Gallinchen und ist seit Jahrzehnten Vorsitzender des Jugendsportgerichtes im Fußballkreis. Doch bei Letzterem habe er seiner Frau - die im Übrigen bei den KCS-Veranstaltungen am Einlass sitzt - versprochen, 2018 nicht mehr zur Wahl anzutreten. Doch der Karneval wird bleiben.