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Der Orient zieht auf der Wiese ein

Mit Seifenblasen verzauberte Julia Sorgenfrei aus Dresden das Gaudium unter dem Motto "Orient trifft Okzident".
Mit Seifenblasen verzauberte Julia Sorgenfrei aus Dresden das Gaudium unter dem Motto "Orient trifft Okzident". FOTO: mjn1
Forst. Ein buntes Völkchen hat sich am Sonnabend auf dem weitläufigen Wiesengelände der Erlebnisgaststätte "Manitu" getroffen, um für ein Wochenende in die Vergangenheit zu reisen. "Orient trifft Okzident", lautete das Motto des diesjährigen Johannes Gaudiums. Von Margit Jahn / mjn1

So gab es Bauchtänzerinnen und Schlangenbeschwörer zu sehen.

Die Ritterschaft zu Pferde "Mandshur Tengri", wenn auch diesmal etwas unrühmlich mit einem Ritter, der dem Met gar zu wohl gesonnen schien, war für die Kleinen eine abenteuerliche Vorstellung. Hier wurden gar Äpfel vom Kopf der Knappen mit dem Beil in die Luft befördert oder ganze Kohlköpfe für die Küchenmagd mit einem gelungenen Hieb portionsfertig in die Luft beordert.

"Hummlerus" unterhielt die kleinen Besucher darüber hinaus mit seinen Gaukeleien. Tayler Rösler und sein Freund Paul Hennig waren sich einig: "Der Zauberer ist das Beste."

Während Forst noch auf den angekündigten Handelskarawanenzug wartete, der scheinbar die Neiße nicht zu überqueren vermochte, präsentierten die Damen von "Satya" Bauchtänze aus 1000 und einer Nacht. In ihren schillernden Tanzkleidern waren sie schon von Weitem eine Augenweide, und mit ihren geschmeidigen Bewegungen eroberten sie die Gunst der Zuschauer im Handumdrehen.

Braxas A sorgte mit einer Orientshow für staunende Kinderaugen. Passend zur orientalischen Musik tanzte Aline von Braxas A mit ihrer großen hellen Schlange durch das Publikum. Mutige Gäste durften das große Tier auch anfassen. Ehre und Ruhm, das Turnier der Edlen, gab es auf dem Turneyfeld zu bestaunen.

Vergebens warteten allerdings einige Gäste auf die angekündigte Falkenshow von "Deimos der Falkenflüsterer". Manche munkelten, dass er sich vielleicht der verloren gegangenen Karawane angeschlossen habe.

Abseits vom Markttrubel schlief derweil der jüngste Mitwirkende des Marktes. Fjell, ganze sechs Wochen jung, schlummerte zufrieden unter Schatten spendenden Bäumen in der selbst gebauten Wiege von Vater Hardy aus Cottbus.

Heidi und Horst Hübner aus Forst fanden "die ganze Aufmachung" des Geländes sehr gut": Viel Arbeit steckt hier drin", honorierten sie die Leistung des Gaudium-Teames. Die Ritterkämpfe hatten es ihnen besonders angetan.

"Die Traumzauberblasen-Elfe" Julia Sorgenfrei aus Dresden, das erste Mal in Forst dabei, verzückte nicht nur die kleinen Gäste mit ihren unzähligen in allen Farben leuchtenden Riesenseifenblasen. Mit ihrem kleinen Gefährt zog sie über die Wiese. Von Weitem sahen die Gäste schillernde Seifenblasen über den Markt schweben - da wurden bei manchen Großen Kindheitsträume wach.

Silvia aus Saarbrücken war mit ihrem Stand auch das erste Mal in Forst dabei. Mit Symbolen in verschiedenen Techniken verzierte Geweihe bot sie an. Geweih-Designer oder Veredler nennt sich ihre Zunft. Die verschiedene Geweihe stammten aus Hinterlassenschaften von Jägern.

Einen Splitter im Finger als größte Wunde bis zum Nachmittag versorgte das Team um Annett aus dem Havelland, denn sie sie war der Medikus des Platzes und eigens dafür aus dem Havelland angereist. "Nur gut, dass es keine größeren Probleme gibt" sagte sie.

Bei Schweinebräter Rainer und Frau Brita war das 60 Kilogramm schwere Schwein bis 14 Uhr schon zur Hälfte verspeist.

Musikalisch unterhielten "Rabenzauber" sowie "Draco Faucium" die Gäste. Am Abend gab es schließlich eine große Feuershow zu sehen.