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Der Nachtwächter trommelte die Leute zum Brückenbau zusammen

Gespannt haben die Neujahrswanderer dem Bürgermeister auf seiner Tour durch den Ort zugehört.
Gespannt haben die Neujahrswanderer dem Bürgermeister auf seiner Tour durch den Ort zugehört. FOTO: Margit Jahn/mjn1
Groß Schacksdorf. Zu einem sonnendurchfluteten Neujahrsspaziergang hat Groß Schacksdorfer Bürgermeister Wolfgang Katzula eingeladen. 25 wärmstens angezogene Gäste sind am 1. Januar dieser Einladung gefolgt. Sie erfuhren interessante und kurzweilige Episoden aus vergangenen Zeiten. mjn1

Dazu führte die traditionelle Neujahrstour zu verschiedenen Standorten in Schacksdorf. Wolfgang Katzula erzählte von der Entstehung des Dorfes. Damals war die ganze Gegend stark morastig, und dies brachte viele Probleme mit sich. Die seinerzeit noch unbefestigten Wege waren eine große Herausforderung. Einfach gebaute Brücken über die Gräben hielten oft den Karren und Fahrzeugen nicht stand. "So ging der Nachtwächter damals von Haus zu Haus und trommelte die Leute zusammen, und gemeinsam bauten sie die Brücke dann wieder auf", berichtete Wolfgang Katzula. Überhaupt ging ohne ein gemeinsames Zusammenhalten in einer so kleinen Gemeinde nichts.

Der Bürgermeister erzählte aber auch wie es war, als der Fliegerstandort Preschen unweit von Schacksdorf hinzukam. Einerseits hatten viele Schacksdorfer durch diesen Standort einen Arbeitsplatz gefunden. Andererseits war aber auch der Lärm der russischen Kampfflugzeuge oft unerträglich. Die Flugzeuge richteten beim Durchbrechen der Schallmauer auf vielen Grundstücken Schäden an den Mauerwerken an. Allerdings führte die Besiedlung mit vielen jungen Familien später zu einer enormen Verjüngung des Altersdurchschnittes der Bevölkerung.

Mit viel Herzblut führte Wolfgang Katzula die kleine Gruppe bis zum Abschluss an der Dorfaue. Dort klang die Wanderung mit einem geselligen Beisammensein aus.