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Der Brocken von Groß Kölzig

Schweres Gerät war notwendig, um den Sechstonnen-Findling aus dem Boden zu bergen.
Schweres Gerät war notwendig, um den Sechstonnen-Findling aus dem Boden zu bergen. FOTO: Schauff
Groß Kölzig. Einen Sechstonnen-Findling findet man nicht jeden Tag. In Groß Kölzig sind Bauarbeiter nun auf einen solchen Brocken gestoßen. Für die Bergung brauchte es gestern schweres Gerät. Nun ziert der Stein eine Verkehrsinsel im Ort. Daniel Schauff

Da wollte die Schippe plötzlich nicht mehr. Bei Arbeiten an der Abwasserleitung vor dem Groß Kölziger Sportlerheim sind Bauarbeiter auf einen Riesenfindling gestoßen. Gestern Morgen sollte der Brocken unter dem Gehweg geborgen werden. Dafür allerdings brauchte es schweres Gerät, das erst einmal den Weg in den Ort finden musste. Um halb elf sollte es losgehen. Und weil der Koloss unter dem Gehweg etwas Einzigartiges für den Ort ist, wurde auch die LAUSITZER RUNDSCHAU schnell informiert.

Rund sechs Tonnen schwer, schätzt der Kranführer, der am Freitagmorgen anrückt, um den Stein aus seinem "Bett" zu heben. "Den kriegt er nicht raus", sind sich die umstehenden Passanten sicher. Der Kranführer beweist das Gegenteil und hebt das Eiszeitrelikt sicher aus dem Boden, über die Straße bis hin zu seinem neuen Platz.

Auf der Verkehrsinsel vor dem Sportlerheim wird er künftig liegen und den Straßenzug dekorieren. Die Groß Kölziger hatten sich schnell auf den neuen Liegeplatz geeinigt. Immerhin soll der ganze Ort etwas von dem Fund im Straßengraben haben.

Dass Findlinge in Tagebauen auftauchen, sei ja keine Seltenheit, sagt der Groß Kölziger Wolfgang Grätz, der mit Fotokamera angerückt ist, um das Geschehen für den Heimatverein und die private Sammlung festzuhalten. Dass aber mitten in Groß Kölzig ein solcher Brocken auftaucht, das sei schon etwas Besonderes. Nun überlegt er, wie er den Findlingsfund am besten in seinen für heute geplanten Vortrag einbaut. In Groß Kölzig eröffnet heute eine zweite Heimatstube im ehemaligen Gasthof Hayasche (die RUNDSCHAU berichtete). Um den Findling wird es nun wohl dabei auch gehen neben den vielen neuen Ausstellungsstücken, die in dem ehemaligen Gasthof auf die Interessierten warten.

Zwar gibt es weitaus größere und schwerere Findlinge - im vergangenen Jahr etwa kaufte ein Privatmann in Schwaben einen 67-Tonnen-Stein -, für das kleine Groß Kölzig aber ist der Sechstonner ein echter Riese.