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„Den Zak-Verein gibt es noch“

Doris Dreßler (links) und Vorstandsvorsitzende Sigrid Hennig vom Zak-Verein.
Doris Dreßler (links) und Vorstandsvorsitzende Sigrid Hennig vom Zak-Verein. FOTO: Daniel Schauff
Forst. So groß wie um die Jahrtausendwende ist der Zak-Verein aus Forst mittlerweile nicht mehr. Die Mitglieder werden älter, die Fördermittel knapper. An Angeboten und offenen Ohren mangelt es aber auch jetzt noch nicht. Daniel Schauff

"Den Zak-Verein gibt es noch", sagt Doris Dreßler, so als stünde die Existenz des Vereins infrage. Rund 25 Beschäftige, ein Domizil, das die gesamte Metzer Straße 3 in Forst einnahm - "Hier war oft was los", sagt sie. "Man kann schon ein bisschen wehmütig werden, wenn man daran denkt", sagt Sigrid Hennig, seit Vereinsgründung vor mehr als 20 Jahren Vorsitzende. "Was wir heute noch machen, sind Peanuts", ergänzt sie.

Rund 25 Frauen haben am Mittwoch beim Frauenfrühstück Platz genommen - manchmal seien es sogar noch mehr, sagt Sigrid Hennig. Das monatliche Treffen, bei dem Stadtverordnete Doris Dreßler regelmäßig über die neuesten Entwicklungen in der Kommunalpolitik berichtet, ist eins von immer noch zahlreichen Angeboten, die der Zak-Verein auch nach zwei Jahrzehnten noch anbietet. Zwar arbeiten für ihn keine zwei Dutzend Arbeitnehmer mehr, die Angebote, die der Verein aber unterbreitet, stoßen immer noch auf ordentliches Interesse. Einige Fachvorträge, erzählt Organisatorin Doris Dreßler, seien so gut besucht, dass der Raum, der dem Verein in der Metzer Straße mittlerweile noch übrig geblieben ist, kaum ausreiche. Nicht auszuschließen, dass der nächste Vortrag wieder auf viele offene Ohren stoßen wird. "Wann muss man als Rentner Steuern zahlen?" - in etwa so lässt sich das Thema umreißen. Am 9. November sind dafür Finanzbeamte in Forst zu Gast und erklären den Gästen, wie das Steuerrecht für Rentner funktioniert. Alles so, dass die Besucher es auch verstehen - das ist dem Zak-Verein besonders wichtig. Es bringe nichts, wenn die Gäste am Ende mit einem "viereckigen Kopf" aus dem Zak-Raum gingen, sagt Doris Dreßler. Die Themen, die sie für die Fachvorträge auswählt, sollen auf breites Interesse stoßen - gleichzeitig aber auch auf breites Verständnis.

Nur eine Woche später steht ein nächster Fachvortrag an - es geht um die Pflegereform. Doris Dreßler hat Parteifreundin Birgit Wöllert für einen Vortrag in Forst gewinnen können. Birgit Wöllert ist Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken für die Themen Soziales und Gesundheit. Ihr hat Doris Dreßler bereits mitgeteilt, dass sie den Vortrag möglichst verständlich gestalten soll. Denn auch das Pflegegesetz gehe in einer alternden Stadt wie Forst jeden etwas an. Auch deshalb sind die Fachvorträge nicht nur den Zak-Mitgliedern vorenthalten - willkommen ist jeder, der interessiert ist.

"Früher hatten wir die halbe Regierung hier", erinnert sich Zak-Vereinschefin Sigrid Hennig. Die Kontakte nach Berlin waren gut - der Zak-Verein war eine Größe, nicht nur in Forst, sondern auch in Guben. Heute teilt sich der Verein die Metzer Straße 3 mit weiteren Vereinen, ist von Jahr zu Jahr kleiner geworden. Am Engagement liegt es nicht, an der Energie der Mitglieder auch nicht, wohl aber an den fehlenden Fördermitteln. In guten Zeiten gab es bis zu zwei Millionen Euro davon, erinnert sich Sigrid Hennig. Aber auch heute noch stellt der Verein einiges auf die Beine - Kreativwerkstatt-Angebote, Kochtreffen, Fahrten an sehenswerte Orte in der Region, Stammtische und Frauenfrühstücke, Schuldnerberatung und Hilfe für Frauen in Not. "Zak" bedeutet Zukunft, Aktivität, Kreativität - eine Zukunft des Vereins scheint zumindest heute noch ungefährdet. Offene Ohren vornehmlich, aber nicht nur, für Frauen gibt es in Forst auf jeden Fall noch einige.

Der Fachvortrag "Rente und Steuern" findet am 9. November ab 10 Uhr statt. Am 16. November, ebenfalls ab 10 Uhr, folgen Informationen zum neuen Pflegegesetz ab 2017. Für beide Vorträge bittet der Zak-Verein um Voranmeldung unter Telefon 03562 67853 (dienstags ab 9 Uhr). Reguläre Sprechzeiten des Zak-Vereins sind Montag und Dienstag, 8.30 Uhr bis 12 Uhr und zusätzlich Dienstag von 14 Uhr bis 17 Uhr in der Metzerstraße 3.