Anfang Oktober 2007 ist Gerda Elze für ihre langjährigen Dienste als Übungsleiterin vom Brandenburgischen Schwimmverband mit der Goldenen Ehrennadel geehrt worden. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“ , sagt die rüstige Rentnerin. „Aber leuchtende Kinderaugen bedeuten mir noch mehr.“
Seit vielen Jahren ist sie Übungsleiterin im Polizeisportverein Cottbus 90 e.V. (PSV). Davor sei sie bei der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Stadtverband Cottbus gewesen. Deren Vorsitzender Ulrich Mohaupt hat bei Gerda Elze das Schwimmen gelernt und schwärmt in den höchsten Tönen von ihr. „Sie hat sehr viel für uns und den Schwimmsport in der Stadt getan.“

Mädchen meist mutiger als Jungen
Im PSV betreut die 75-Jährige die Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse. Kinder ab fünf Jahren legen bei ihr das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“ ab. „Dazu gehören drei Prüfungsleistungen“ , sagt die gebürtige Cottbuserin. Die Kleinen müs sen 25 Me ter in einem beliebigen Stil schwimmen, einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser holen und einmal vom Beckenrand ins kühle Nass springen. „Bei letzterem zeigt sich, dass die Mädchen meist mutiger als die Jungen sind“ , so die Übungsleiterin.
Insgesamt haben die Kinder 20 Stunden Zeit, die Prüfungsleistungen zu erfüllen. Zweimal die Woche wird nach ihren Worten eifrig trainiert. Im Anschluss an die Einheiten schwimmt die Rentnerin selbst noch ein paar Bahnen. Am liebsten krault sie, denn in der Disziplin ist sie schon Bezirksmeisterin geworden. „Einige hundert Meter schaffe ich heute auch noch.“ Nur eins bereite ihr leichtes Kopfzerbrechen. „Das Chlorwasser greift meinen Schwimmanzug an“ , sagt Gerda Elze. Früher im Freibad sei das nicht so gewesen.
Vertrauen ist für die 75-Jährige das wichtigste an ihrer Arbeit. „Vertrauen zum Wasser und Vertrauen zu mir. Das versuche ich mit spielerischen Mitteln zu erreichen“ , sagt die gelernte Kindergärtnerin, die selbst kinderlos geblieben ist. Bevor es ins Wasser geht, werden die Schwimmbewegungen an Land geübt. „Erst wenn die Technik einigermaßen sitzt, dürfen sich die kleinen Anfänger im Wasser probieren.“ Wachsam verfolgt dann die Übungsleiterin vom Beckenrand aus die ersten Schwimmversuche. In der Hand hält sie immer eine Metallstange, an der sich die Kinder festhalten können. Im Notfall würde sie selbst ins Becken springen.

Ein Leben lang verbunden
Seit frühester Kindheit ist Wasser ihr Element. „Ich kann mich noch erinnern, dass wir jedes Jahr zu Ostern angeschwommen sind“ , sagt Gerda Elze. Dabei sei das Wasser meist eiskalt gewesen. Ein Leben ohne Schwimmen könne sie sich nicht vorstellen. Aktiv wolle sie solange wie möglich am Ball bleiben. Vom Zusehen hält die Übungsleiterin allerdings nicht viel. „In meinen Augen ist die Sportart nicht so spannend, als dass ich stundenlang vor dem Fernseher sitzen müsste. Da gibt es sicherlich attraktivere Disziplinen. Aber“ , so die Rentnerin, „Schwimmen ist gesund und man holt sich dabei kaum Verletzungen.“
Wie lange sie noch ihre Tätigkeit als Trainerin ausüben wird, weiß Gerda Elze nicht. „Solange ich geistig und körperlich fit bin, mache ich es weiter.“ Sollte aber ein Elternteil ihr sagen, dass sie dafür nicht mehr geeignet sei, dann sei sofort Schluss. „So konsequent wäre ich schon.“

Zum Thema Mensch des Jahres
 Die RUNDSCHAU stellt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle Menschen vor, die das Jahr 2007 geprägt oder sich besonders engagiert haben. Zum Abschluss der Serie wird von den RUNDSCHAU-Lesern der „Mensch des Jahres 2007“ gekürt.