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| 02:36 Uhr

Debatte über Ausschreibung der Amtsdirektorenstelle

Döbern. Die Anordnung des Landkreises Spree-Neiße, dass das Amt Döbern-Land bis Ende Februar die vankante Amtsdirektorenstelle auszuschreiben habe, liege inzwischen auf dem Tisch der Kommunalpolitiker, informierte Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) die Stadtverordneten am Donnerstagabend. Auch der Ausschuss für zukünftige Verwaltungs- und Gebietsstrukturen, der am Dienstag in Döbern getagt hatte, habe das Thema kontrovers diskutiert, so Rakete. Steffi Ludwig

Am 13. Februar müssen die Mitglieder des Amtsausschusses Döbern-Land darüber entscheiden, ob die Stelle ausgeschrieben wird oder gegebenenfalls Rechtsmittel gegen die Anordnung eingelegt werden.

Er sei ein Vertreter letzterer Variante, sagte Rakete. "Ich persönlich finde, dass eine Ausschreibung der Stelle mehr Schaden als Nutzen bringt, da sie die Bildung einer amtsfreien Gemeinde gefährdet." Alle sieben Gemeinden des Amtes hätten sich für die amtsfreie Gemeinde oder Einheitsgemeinde entschieden. Wenn nun ein Amtsdirektor für weitere acht Jahre gewählt werde, befürchten Rakete und auch Stadtverordnete Yvonne Fischer (CDU), dass damit die Bildung dieser amtsfreien Gemeinde wieder ins Stocken geraten könnte. Auch die Fraktion der HWESV/AfD könne laut Monika Löffler das Papier mit der Anordnung der Forster Kommunalaufsichtsbehörde nicht nachvollziehen.

Zudem bestehe für acht Jahre die Verpflichtung, den Amtsdirektor zu bezahlen, so Döberns ehrenamtlicher Bürgermeister Rakete. Auch die vom Landkreis vorgeschlagene Variante, den Amtsdirektor dann in der neuen Gemeinde als Beigeordneter des Bürgermeisters einzusetzen, hält Yvonne Fischer für keine gute Idee. "Das wäre eine zusätzliche Stelle für uns, die wir finanzieren müssten", sagte sie. Zudem habe es der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke geschafft, die Verwaltung straff zu organisieren - sie merke jedenfalls keine Nachteile an der jetzigen Situation und könnte sie demzufolge noch aufrechterhalten, bis die Einheitsgemeinde gebildet ist, so Yvonne Fischer.

Der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke warb jedoch dafür, die Diskussion um die Einheitsgemeinde nicht abhängig zu machen von der Besetzung der Stelle des Amtsdirektors. Denn auch er sehe in einer Einheitsgemeinde viele Vorteile: Die Verwaltung könne effektiver arbeiten, ein großer Teil der Sitzungen könnte wegfallen, es gäbe finanzielle Einsparungen. Beispielsweise im Bereich der Kitas würden der Personalaustausch oder die Bezahlung vereinfacht.

Auch Bernd Peter (Linke) vertrat die Meinung, die Bildung der Einheitsgemeinde nicht abhängig von der Ausschreibung des Amtsdirektors zu machen. "Denn die amtsfreie Gemeinde ist wichtig für die Weiterentwicklung der Region", so Peter.

Deshalb forderte der amtierende Verwaltungschef von den Abgeordneten zeitnah einen genaueren Zeitplan für die Bildung der Einheitsgemeinde, damit die Verwaltung wisse, was als nächste Schritte getan werden müsste - und auch, um die Bürger umfassend informieren zu können.

Die Döberner Stadtverordneten wollen sich am 23. Februar um 18.30 Uhr zu einer Sondersitzung treffen, um das Thema und die Entscheidung des Amtsausschusses zu diskutieren.