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Bürgermeisterwahl
Siebter Bewerber für Stadtchef-Amt

David Windisch lebt erst seit zweieinhalb Jahren in Forst, sieht das aber nicht als Nachteil für seine Bürgermeister-Bewerbung.
David Windisch lebt erst seit zweieinhalb Jahren in Forst, sieht das aber nicht als Nachteil für seine Bürgermeister-Bewerbung. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. David Windisch, Programmierer aus Briesnig, will Bürgermeister in Forst werden. Von Steffi Ludwig

Er ist als selbstständiger Programmierer Dienstleister – und als diesen würde sich David Windisch auch im Bürgermeisteramt sehen. „Ich will Forst weiterentwickeln und lebenswerter gestalten“, sagt er. Auf Kommunalebene habe er sich mit Politik jedoch noch nie auseinandergesetzt, gibt er unumwunden zu. Auch mit der Forster Stadtpolitik oder Stadtverwaltung habe er bisher keine direkten Kontakte. Aber das sieht der 38-Jährige ebenso wenig als Nachteil wie die Tatsache, dass er erst zweieinhalb Jahre im Forster Ortsteil Briesnig lebt: „Somit habe ich keine Verbindlichkeiten zu jemandem, könnte als Bürgermeister mit allen gleich agieren.“

Besonders seine Parteilosigkeit verbucht David Windisch als Vorteil. Nur ein Bürgermeister ohne Parteiideologie könne Forst wieder zu altem Glanz verhelfen, ist er sich sicher. „Ich will lieber mit den Bürgern agieren als mit einer Partei, und das auf Augenhöhe“, ist sein Plan. In der Vergangenheit sei er zweimal Parteimitglied gewesen: in der Kleinpartei Die Partei und im Bündnis Grundeinkommen. Aus beiden sei er jedoch wieder ausgetreten. Dass ihm das Verwaltungswissen für das Bürgermeisteramt fehle – ein Punkt, der von anderen Bürgermeistern immer wieder als sehr wichtig betont wird – sieht er nicht als Hindernis. „Ich bin von der Stadtverwaltung überzeugt, die Mitarbeiter sind Profis in dem, was sie tun“, sagt er. Er als Bürgermeister könne auf das Wissen der Mitarbeiter bauen, so seine Ansicht.

Seine Entscheidung, sich für das Bürgermeisteramt in Forst zu bewerben, hat David Windisch erst vor ein bis zwei Wochen getroffen. Begonnen, darüber nachzudenken, habe er, als klar war, dass der erkrankte Philipp Wesemann (SPD) nicht zurückkehren würde. Mut hätten ihm die Bewerbungen der anderen parteilosen Kandidaten gemacht, die bis auf Norman Nowka auch keine Stadtverordneten seien. Auch Freunde und Familie hätten ihn bestärkt, sich zu bewerben.

David Windisch stammt aus Berlin und hatte gleich nach dem Abschluss der 10. Klasse begonnen, als selbstständiger Programmierer zu arbeiten. Nach sieben Jahren ging er zur Bundeswehr und blieb für vier Jahre dort im Sanitätsbereich. Wegen seiner ersten Frau war er da bereits nach Spremberg gezogen. Ab 2007 holte er in Cottbus das Abitur nach und studierte bis 2013 an der Brandenburgisch Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg eBusiness. Hier lernte er auch seine jetzige Frau kennen, mit der und deren Eltern er nach einer Immobilie in und um Cottbus suchte. Im alten Briesniger Bahnhof wurden sie fündig: Die Schwiegereltern kauften, David Windischs Familie ist Mieter und baut den Bahnhof nun aus. Der zweijährige Sohn wird im Sommer ein Geschwisterchen bekommen. Deshalb sehe Windisch besonders seinen Einsatz für die Jugend und die Sicherheit als wichtig an, um seinen Kindern eine Perspektive zu bieten.

David Windisch steht zu der Tatsache, dass bei ihm momentan ein Privatinsolvenzverfahren laufe. Es habe eine falsche Entscheidung gegeben, die ihm auf die Füße gefallen sei, sagt er dazu. Mit seiner Firma hänge das nicht zusammen.

Um als Kandidat für die Bürgermeisterwahl zugelassen zu werden, braucht er wie die anderen parteilosen Anwärter die 56 Unterstützer­unterschriften. „Wenn ich die nicht bekomme, bin ich in acht Jahren wieder da“, kündigt er an.