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Daten alter Kanäle ermittelt

Die Cottbuser Straße wurde an mehreren Stellen aufgegraben, um die alten Kanäle zu vermessen.
Die Cottbuser Straße wurde an mehreren Stellen aufgegraben, um die alten Kanäle zu vermessen. FOTO: Katrin Kunipatz
Forst. Bagger und mehrere aufgegrabene und abgesperrte Stellen auf der Cottbuser Straße führten dieser Tage zu verwunderten Blicken und auch der ein oder anderen Verkehrseinschränkung. Wie Frank Przychodzki, Technischer Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasser der Stadt Forst, auf Nachfrage erklärt, sind dies vorbereitende Untersuchungen für die beabsichtigte Erneuerung der Schmutzwasserkanäle. Steffi Ludwig / slu

Diese solle im Zuge der Sanierung der Cottbuser Straße im kommenden Jahr erfolgen.

"Wir haben den Niederschlagswasserkanal freigelegt, um zu sehen, in welcher Höhe die neuen Grundstücksanschlussleitungen für die Schmutzwasserableitungen unterhalb des Niederschlagswasserkanals liegen müssen", berichtet Przychodzki. Diese Angaben seien in den Unterlagen nicht zu finden gewesen. Beide Kanäle - sowohl für Schmutzwasser als auch für Niederschlagswasser - sind bereits um die 100 Jahre alt. "Welche Normwerte es damals gab, kann uns keiner mehr sagen", meint der Werkleiter.

Deshalb habe der Eigenbetrieb Abwasser zum eher seltenen Mittel der sogenannten offenen Suchschachtung gegriffen und die Cottbuser Straße zwischen Berliner Straße und Ziegelstraße an mehreren Stellen aufgegraben. Die freigelegten Kanäle wurden daraufhin vermessen und werden jetzt wieder geschlossen.

Die Entscheidung für dieses Vorgehen sei eine Frage der Abwägung gewesen, da die Arbeiten ja auch mit Geld und Verkehrseinschränkungen verbunden sind. Aber es sei in dem Falle besser, den Aufwand bei den Planungen zu betreiben, als wenn es dann bei den Bauarbeiten zum Stillstand kommen würde, weil irgendwelche Überraschungen auftreten, sagt Frank Przychodzki. "Denn es soll ja hintereinanderweg gebaut werden", sagt er, auch mit Hinblick auf die derzeitigen Bauarbeiten der Spremberger Straße, deren Fertigstellung sich verzögert.

Die Cottbuser Straße und die Euloer Straße will der Landesbetrieb Straßenwesen nächstes Jahr sanieren. So sollen zwischen Berliner Straße und Pension Haufe nach über 20 Jahren die Deckschicht und der Binder erneuert werden.

Im Zuge dessen sollen auch die Schmutzwasserkanäle erneuert werden: Sie sollen im Bereich von Berliner Straße bis Bahnhofstraße, wo sie teilweise in den Gehwegen liegen, ganz auf die Fahrbahn verlegt werden. Im Bereich der Bahnhofstraße bis Ziegelstraße werden sie in der jetzigen Trasse in der Fahrbahn erneuert, so der technische Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasser.

Der alte Niederschlagswasserkanal soll nach jetzigem Stand nicht erneuert werden, so Frank Przychodzki. Hier sei das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen.

Im Zuge der Bauarbeiten in der Cottbuser Straße soll auch der Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Cottbuser Straße/Bahnhofstraße entschärft werden. Besonders der Radweg soll umgestaltet werden, da hier viele Unfälle mit Radfahrern passieren. Die Bauarbeiten sollen erst im Frühjahr 2018 beginnen, nachdem die Spremberger Straße fertig ist.

Zum Thema:
Da die Hälfte der Kanäle in Forst sanierungsbedürftig und um die 100 Jahre alt ist, kommt es immer wieder zu Straßeneinbrüchen. Laut Frank Przychodzki sei es aber in den vergangenen Monaten in dieser Hinsicht ruhig in Forst gewesen. Trotzdem hat der Eigenbetrieb Abwasser auch in diesem Jahr wieder drei Millionen Euro an Investitionen in marode Kanäle getätigt. Immer wieder komme es zu Überraschungen wie jüngst in der Heinrich-Werner-Straße, wo bei einer Reinigung mit Inspektion zwei fehlende Segmente im Kanal festgestellt wurden. Die Sonderanfertigung hatte zu einer längeren Vollsperrung der Straße geführt. (slu)