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Das Ziel im Hintergrund

Kommentar. Schon einmal ist in Forst ein Bürgermeister abgewählt worden. Dem damaligen Rathauschef Gerhard Reinfeld (CDU) wurde vorgeworfen, ein Machtsystem aufgebaut und missbraucht zu haben. Jürgen Scholz

Seine Abwahl war so deutlich, dass die CDU erst neun Jahre später wieder einen Kandidaten aufstellte. Der erfahrene CDU-Verwaltungsvorstand Sven Zuber, für manche Ziehsohn Reinfelds, scheiterte gegen Politikneuling Philipp Wesemann (SPD). Doch die SPD ist mit sechs Stadtverordneten keine Hausmacht, Wesemann hatte kaum kommunalpolitische Erfahrung außerhalb des Abgeordnetenbüros von Dietmar Woidke, konnte keine Mehrheiten aufbauen und musste Störfeuer aushalten. Das geht an die Substanz. Irgendwann braucht die Stadt eine Entscheidung. Aber dass der Abwahlantrag kurz vor der Bundestagwahl kommt, dürfte kein Zufall sein. Wer auf Wesemann zielt, der in einem Förderprogramm seiner Partei war, der trifft auch Woidke und den SPD-Bundestagskandidaten Ulrich Freese.

juergen.scholz@lr-online.de