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"Das war einfacher als gedacht”

Siegerfoto mit Bombe: Uwe Zierdt (r., hockend) und Enrico Schnick (l., hockend) haben den Koloss unschädlich gemacht. Sven Zuber (l.) und Heike Korittke (2. v. l.) hatten bei der Stadtverwaltung die Fäden in der Hand.
Siegerfoto mit Bombe: Uwe Zierdt (r., hockend) und Enrico Schnick (l., hockend) haben den Koloss unschädlich gemacht. Sven Zuber (l.) und Heike Korittke (2. v. l.) hatten bei der Stadtverwaltung die Fäden in der Hand. FOTO: dsf
Forst. Es war Minutensache. Um 14.30 Uhr konnte die Entschärfung der 100-Kilo-Bombe an der Gubener Straße starten. Gerade einmal 40 Minuten später ertönte die Entwarnungs-Sirene: Gefahr gebannt, Sperrbezirk aufgehoben, Bombe entschärft. Daniel Schauff

"Das war einfacher als gedacht", sagt Sprengmeister Uwe Zierdt wenig später. Er und sein Partner Enrico Schnick vom brandenburgischen Kampfmittelbeseitigungsdienst halten Blumen in der Hand, überreicht von Verwaltungsvorstand Heike Korittke.

Sie und ihr Kollege Sven Zuber hatten seit Donnerstagabend die Fäden in der Hand beim Thema Entschärfung und Evakuierung. Und sie haben eine gute Entscheidung getroffen, sagt Zierdt, indem sie nicht gleich die Entschärfung angeordnet hätten. Fünf volle Tage hat sich die Stadtverwaltung Zeit gelassen, die Bombe schützen und bewachen lassen und Forsts größte Evakuierung seit Jahren vorbereitet. "Das würde ich jeder anderen Stadt auch empfehlen", sagte der Sprengmeister weiter.

2000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser ab 8 Uhr am Mittwochmorgen zu verlassen. Ein Großteil, das sagt Zuber, sei der Aufforderung gefolgt. Busse standen bereit, zwei Aufnahmestellen waren eingerichtet. Nur einige wollten ihre Häuser nicht verlassen. Polizei und Stadtverwaltung mussten zu härteren Mitteln greifen, um die Sperrzone sicher zu machen. Bis zu 500 Euro Bußgeld waren angekündigt für diejenigen, die sich Polizei und Stadt widersetzen würden.

Die ordungsbehördlichen Maßnahmen führten schlussendlich zu einer halbstündigen Verzögerung, sehr zum Ärger vieler Forster, die warten mussten und ihrem Unmut über die mangelnde Einsicht einiger Sperrzonen-Bewohner vor allem im Internet Luft machten.

Bis zum Start der Entschärfung hatten sich die beiden Notunterkünfte gut gefüllt - rund 80 Personen waren dort untergekommen, vermeldete die Stadtverwaltung. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sorgte für Verpflegung, Liegen und Stühle und betreute die Evakuierten. Die übrigen Bewohner des Sperrgebiets waren zum Teil bei Verwandten oder Bekannten untergekommen, zum Teil aber auch trotz Regens in der Stadt unterwegs.

Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DRK und der Stadt waren am Mittwoch unterwegs, um das Sperrgebiet sicher zu machen und für die Betreuung der Sperrzonen-Bewohner zu sorgen.

Nach der Entwarnung dauerte es nur Minuten, bis im Sperrgebiet das Leben wieder so lief, wie an jedem anderen Tag. Zuber und Heike Korittke ziehen ein positives Fazit.

Die Bombe werde nun abtransportiert und beim Kampfmittelbeseitigungsdienst kontrolliert gesprengt, sagt Uwe Zierdt, der mit allen Beteiligten dann noch einmal vor der unschädlich gemachten Bombe posiert.