(noh) Mit dem Feuer, dass am Sonntag die Schlossanlage in Zary (Sorau) schwer beschädigt hat, ist auch ein Teil des historischen Erbes von Forst zerstört worden. Wie Dr. Jan Klußmann, Leiter des Forster Stadtarchives, erklärt, können beide Städte auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblicken. So gehörte Forst von 1816 bis 1897 zum Kreis Sorau, bevor es kreisfreie Stadt wurde. Beide Städte kamen 1815  von Sachsen zu Preußen. Das Sorauer Schloss stammt allerdings noch aus dem Mittelalter und wurde von den Herren von Bieberstein im 16. Jahrhundert im Renaissancestil umgebaut. Dem weit verzweigen Adelsgeschlecht der Biebersteiner gehörte zu dieser Zeit auch die Stadt Forst. Und der Forster Zweig errichtete damals – ebenfalls im Renaissancestil – zwei neue Schlösser und baute zudem sein Stammschloss aus. Es ist heute abgetragen und stand „Am Haag“. Mit dem Aussterben der Biebersteiner fiel nach einigen Zwischenstationen Sorau an die Grafen von Promnitz, während Forst mit Pförten (Brody) an den Grafen von Brühl kam. Beide Grafengeschlechter wetteiferten um die Gunst des damaligen Landesherren August des Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, und bauten ihre Schlösser als Reisestationen für den König aus. Die von Promnitz erweitern so im frühen 18. Jahrhundert das Sorauer Schloss um eine barocke Anlage. Bald danach ließ auch Graf Brühl sein Schloss in Pförten barock umbauen.