Das Albert-Schweitzer-Familienwerk lässt fünf Spremberger Kita-Leiterinnen vom Arbeitsamt qualifizieren, damit sie mit den Anforderungen des neuen Kita-Gesetzes ihre Funktion behalten können. Hilfsgerüstbauer der Sellessener Firma Blitz-Gerüstbau werden zu Gerüstbauern weitergebildet.

Mitarbeiter des Spremberger Krankenhauses bekommen eine Zusatzqualifikation zum Praxisanleiter. Monika Kupschick, Arbeitsvermittlerin in der Spremberger Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, weiß von vielen Unternehmen, die eng mit der Agentur zusammenarbeiten. Entweder suchen sie Auszubildende, brauchen Fachkräfte oder wollen ihren Mitarbeitern den Arbeitsplatz erhalten. Das ist wichtig, wie Sascha Kose von der Agentur in Cottbus betont.

Um so geringer die Arbeitslosenquote ausfällt und je mehr Fachkräfte in Rente gehen, um so mehr geht das Bewerberpotenzial zurück. “Das ist ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region, wenn sich die Unternehmen nicht darauf einstellen. Wir müssen wirklich alle, die arbeiten wollen, fit machen für den Arbeitsmarkt„, sagt Kose. Viele der Stellen, die das Arbeitsamt von Unternehmen angeboten bekommt, können nicht so schnell besetzet werden, weil erst die Qualifizierung organisiert werden muss. Mehr als 50 Prozent der Arbeitslosen seien über 50 Jahre alt.

Gut angenommen wird von Baufirmen die Möglichkeit des Kurzarbeitergeldes. Damit können sie ihre Fachkräfte halten und die Kurzarbeiterzeit oft für Weiterbildungen nutzen. Über Internetauftritte und Jobmessen auch am Wochenende versucht die Arbeitsagentur, es den Rückkehrwilligen einfacher zu machen. Sie gehen mit den Unternehmen in Schulen. “Wir wollen die Jugend für den regionalen Arbeitsmarkt begeistern, zeigen ihnen, welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie hier bleiben wollen„, sagt Sascha Kose.

Neben den Unternehmen sind die Brandenburgische Technische Universität und auch die großen Arbeitgeberverbände Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer wichtige Partner. Die Agentur arbeitet in der Wirtschaftsinitiative Lausitz mit und hält den Kontakt zu den Agenturen und Geschäftsstellen in Sachsen.

Auch die Papierfabrik Hamburger Rieger arbeitet nach der großen Umschulung von 25 Lausitzern im Jahr 2005 noch heute gut mit dem Arbeitsamt zusammen. “Wir haben jetzt genügend Fachkräfte, aber bei der Suche nach Auszubildenden bleibt das Arbeitsamt wichtiger Partner„, bestätigt Antje Körner, Personalsachbearbeiterin bei Hamburger Rieger.

Azubis zu finden, ist gar nicht so einfach: “Für die Ausbildung zum Mechatroniker habe ich schon wieder einige Bewerbungen, aber beim Papiertechnologen wird es erneut schwer. Das ist ein schöner Beruf. Aber die jungen Leute wissen, dass Mechatroniker schneller einen Arbeitsplatz finden als Papierhersteller - falls es mit der Übernahme im Unternehmen nach der Lehre mal nicht klappt„, sagt Antje Körner.

Das ist für Sascha Kose ein wichtiger Punkt, den das Arbeitsamt mit den Unternehmen im Blick behalten will: die Jugend begeistern und sie nach der Ausbildung in der Region halten.

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Zum ThemaBei 11,5 Prozent lag die Arbeitslosenquote im November im Bereich der Spremberger Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 16 auf 1989. Seit Jahresbeginn sind der Geschäftsstelle 272 Arbeitsstellen gemeldet worden. 35 der Stellen blieben im November offen.